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AGEZ: Entwicklungspolitische NGOs enttäuscht über
Budget 2007/08 für Entwicklungszusammenarbeit
Budgetrede BM Molterer: Schöne Worte, aber kein Niederschlag in
Budgetzahlen
Wien, 29. März 2007 – Finanzminister Molterer betonte in seiner heutigen
Budgetrede im Parlament die Verpflichtung Österreichs, 0,51% des
Bruttonationalprodukts für Ausgaben der Entwicklungszusammenarbeit zu
erreichen. Im Gesamtbudget des Außenministeriums seien für 2007/08
entsprechend Mittel dafür veranschlagt. Für die Nachfolgejahre brauche es
eine klare Perspektive, damit Österreich seine Entwicklungsverpflichtung
erfüllen kann.
Die im Dachverband AGEZ zusammengeschlossenen 33 entwicklungspolitischen
NGOs (Nichtregierungsorganisationen) begrüßen, dass die Regierung diese
Verpflichtung (0,51% bis 2010) umsetzen will, bedauern aber, dass im
Bundesvoranschlag 2007 und 2008 für Entwicklungszusammenarbeit nur eine
minimale Erhöhung vorgesehen ist: Knapp 5 Millionen mehr für Beiträge an
internationale Organisationen, wie zB die Vereinten Nationen. Diese
Aufstockung erfolgt wohl vor allem deshalb, um Österreichs Chancen bei der
Kandidatur für den UN-Sicherheitsrat zu stärken. Das Kernstück der
Entwicklungszusammenarbeit, die bilaterale Projekt- und Programmhilfe, die
in der ADA angesiedelt ist, wurde nur um 2 Millionen Euro erhöht! Geht man
davon aus, dass – wie in den vergangenen Jahren – ca. 3% des Voranschlags
im Finanzministerium einbehalten werden können (weil
Entwicklungszusammenarbeit eine Ermessensausgabe ist), fallen die
Erhöhungen noch geringer aus.
Wie soll mit dieser minimalen Erhöhung die 0,51% erreicht werden, fragen
sich die NGOs? Denn um das Ziel der EU, 0,7% des Bruttonationaleinkommens
für Entwicklungszusammenarbeit bis zum Jahr 2015 zu erreichen, ist ab
sofort eine jährliche Steigerung von rund 200 Millionen Euro, ohne
Einrechnung der Entschuldung, in Österreich notwendig. Daher fordert die
AGEZ seit langem die Erarbeitung eines konkreten und verbindlichen
Stufenplans, um in Jahresschritten die 0,7% zu erreichen.
„Es ist unglaublich, dass Österreich als eines der reichsten Länder der EU
wieder nicht fähig war, seine Finanzmittel für Entwicklungszusammenarbeit
(EZA) für das Budget 2007/08 angemessen zu erhöhen. Dieses Geld ist
dringend notwendig, um die weltweite Armut und Hunger zu verringern. Es
braucht dringend eine Erhöhung, um die Millenniumsentwicklungsziele der
Vereinten (Zugang zu Bildung, Gesundheit, Ernährung und Wasser für alle
Menschen sicherstellen), zu denen sich Österreich bekennt, bis zum Jahr
2015 zu erreichen. Auch die österreichische Bevölkerung ist bereit, für
EZA zu spenden und tut dies eindrucksvoll. Daher muss auch die Regierung
ihre Zusagen für mehr und bessere EZA umsetzen, um zu einer gerechten und
friedlichen Welt beizutragen“, zeigt sich Elfriede Schachner,
Geschäftsführerin der AGEZ, bestürzt über das magere EZA-Budget.
Rückfragen richten Sie bitte an:
Mag. Elfriede Schachner, AGEZ-Geschäftsführerin
Tel: 01/317 40 16 oder 0699 107 66 216;
www.agez.at
Druckversion (pdf):
www.oneworld.at/agez/PA-EZA-Budget2007-08.pdf
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