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NGOs fragen sich: Soll Euphorie über geplante
Entwicklungsbank ablenken von den geringen Mitteln Österreichs für die
Entwicklungszusammenarbeit?
AGEZ: Ziel einer Entwicklungsbank muss die Armutsreduzierung in den armen
Ländern sein
Wien, 21. August 2007 – Finanzstaatssekretär Matznetter hat beim
Europäischen Forum Alpbach die Gründung einer österreichischen
Entwicklungsbank angekündigt. Die Wirtschaftskammer steht voll und ganz
hinter dem Entwurf der Novelle des Ausfuhrfördergesetzes, durch welchen
die Einrichtung der Entwicklungsbank ermöglicht wird. Die AGEZ, der
Dachverband der entwicklungspolitischen NGOs, hat bereits im März auf
einige heikle Punkte im Vorfeld der Gründung einer Entwicklungsbank
aufmerksam gemacht (presse_2007-03-08-Entwicklungsbank.htm) und im
Mai ein ausführliches Forderungspapier
veröffentlicht (Position-Entwicklungsbank-2007.pdf)
.
Die Hauptsorge der NGOs betrifft die Zielsetzung einer Entwicklungsbank.
Es muss klar sein, dass die Bank nicht vorrangig Förderinstrument der
österreichischen Wirtschaft sein kann, sondern dass damit Armut bekämpft
wird. Wenn sie ihrem Namen gerecht werden soll, muss die Entwicklungsbank
an den Bedürfnissen der Betroffenen in den Entwicklungsländern
ausgerichtet sein. Dies muss sich in inhaltlicher Ausrichtung,
Schwerpunktsetzung, Auswahlprozess, Struktur und Rechenschaftspflicht
widerspiegeln.
Die NGOs fragen sich, ob die derzeitige Euphorie einiger Akteure über die
Einrichtung der Entwicklungsbank davon ablenken soll, dass Österreich an
letzter Stelle des EU-weiten Rankings des „Aid Watch Berichts“ steht, wenn
es um die Qualität und Quantität der österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit (EZA) geht. Um die 0,51% des
Bruttonationaleinkommens bis 2010 bzw. die 0,7% bis 2015 für Ausgaben der
EZA zu erreichen, braucht es jährlich eine Steigerung von 200 Millionen
Euro, ohne Einrechnung von Entschuldungen. Anfang Sep-tember soll nun der
von den NGOs seit Jahren monierte Stufenplan von den Staatssekretären
Matznetter und Winkler vorgestellt werden. Die NGOs appellieren nochmals
eindringlich an die EntscheidungsträgerInnen, im Stufenplan ausreichend „fresh
money“ einzuplanen.
Rückfragen richten Sie bitte an:
Mag. Elfriede Schachner, Geschäftsführerin
AGEZ – Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit
Dachverband von 33 entwicklungspolitischen NGOs
Tel: 01/317 40 16 oder 0699 107 66 216;
www.agez.at
Druckversion (pdf):
http://www.oneworld.at/agez/PA-Entwicklungsbank-8-07.pdf
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