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Globale Verantwortung - Arbeitsgemeinschaft für
Entwicklung und Humanitäre Hilfe |
Mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit – keine
Anrechnung des Tschad
NGO-Dachverband fordert "frisches Geld“ für Entwicklungszusammenarbeit
statt Tricksereien mit Anrechenbarkeit
Wien (16.4.2008) – Die österreichischen Nichtregierungsorganisationen
lehnen die Anrechnung des Tschad-Einsatzes in die öffentliche
Entwicklungszusammenarbeit strikt ab. "Dieses Vorhaben der Bundesregierung
zeigt ein Grundproblem der österreichischen EZA auf", präzisiert Ruth
Picker, Geschäftsführerin der Dachorganisation Globale Verantwortung –
Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe. "Statt frisches
Geld in die Hand zu nehmen, um die österreichischen Verpflichtungen zu
erfüllen, wird im Nachhinein alles angerechnet, was nur irgendwie möglich
ist. Die tatsächliche Hilfe für die Menschen in den Ländern des Südens
kommt dabei zu kurz.“ Von den knapp 1,2 Mrd. EURO, die Österreich 2006 bei
der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
geltend gemacht hat, entfielen nicht einmal 10% auf tatsächliche
Entwicklungshilfe. "Die OECD-Richtlinien bieten den Regierungen die
Möglichkeit Maßnahmen einzurechnen, die dem Verständnis von
Entwicklungszusammenarbeit und Humanitärer Hilfe krass widersprechen. Wir
fordern die österreichische Regierung auf, das Kernbudget für
Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen und von der Anrechnung von
Militäreinsätzen Abstand zu nehmen“, so Picker.
Die österreichische Regierung hat sich auf europäischer Ebene, aber auch
im Regierungsprogramm dazu verpflichtet, bis 2010 0,51% des
österreichischen BNEs (Bruttonationaleinkommen) für Entwicklungshilfe
bereit zu stellen. Bis 2015 sollen es 0,7% sein. "Ehrliche 0,51% können
aber nur dann erreicht werden, wenn Österreich tatsächlich mehr Geld für
Entwicklungshilfe zur Verfügung stellt“, so Picker. Für die bevorstehenden
Budgetverhandlungen werden daher von Seiten der NGOs konkrete Maßnahmen
der Regierung erwartet. "Die Budgetverhandlungen beginnen jetzt – und
jetzt muss die Regierung auch politischen Willen zeigen, das
Regierungsprogramm einzuhalten.“ Darüber hinaus solle die Regierung
endlich den versprochenen Stufenplan vorlegen, wie die 0,51% im Jahr 2010
erreicht werden können.
Die österreichische NGO-Dachorganisation AG Globale Verantwortung
beobachtet sehr genau, ob Österreich und die anderen EU-Mitgliedstaaten
ihre EZA-Versprechen auch tatsächlich umsetzen. Der demnächst erscheinende
"Aid Watch Report", ein gemeinsamer Report von über 1.600 europäischen
NGOs, wird wie immer eine detaillierte und umfassende Darstellung der
europäischen EZA-Performance bieten.
GLOBALE VERANTWORTUNG - Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre
Hilfe.
Die Dachorganisation ist die Nachfolgeorganisation von AGEZ und
Österreichischer EU-Plattform und vertritt national und international die
Interessen österreichischer Nichtregierungsorganisationen, die in den
Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, entwicklungspolitische
Inlandsarbeit, Humanitäre Hilfe sowie nachhaltige globale wirtschaftliche,
soziale und ökologische Entwicklung tätig sind. AG Globale Verantwortung
ist Mitglied des europäischen Dachverbandes CONCORD (European NGO
Confederation for Relief and Development).
Rückfragehinweis:
Mag. Gertraud Findl
Globale Verantwortung - Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre
Hilfe
Tel. 01-405 55 15-320 oder 0664-333 7389
Email:
gertraud.findl@globaleverantwortung.at
>> Druckversion der Presseaussendung (pdf)
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