AGEZ-PRESSEMITTEILUNG
Weltgipfel in Johannesburg: "Österreich muss letzte 100 Tage für Nachhaltigkeits-Politik nutzen." Aktion von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen: "Nachhaltigkeit" Keine Luftblasen!"

Wien, 28. 5. 2002 – Noch knapp 100 Tage bis zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg, gleichzeitig begann gestern in Bali die letzte Vorbereitungskonferenz. Aus diesem Anlass fordert die NGO-Plattform für Umwelt und Entwicklung mit einer Aktion vor dem Ministerrat eine Nachhaltigkeitsoffensive der österreichischen Politik. Die VerteterInnen der 43 in der Plattform zusammengeschlossenen Organisationen haben neben einem Banner mit dem Slogan „NACHHALTIGKEIT! KEINE LUFTBLASEN!“ schwarze Luftballons dabei. Die AktivistInnen lassen die mit Gas gefüllten Luftballons vor dem Bundeskanzleramt aufsteigen - schwarze Luftballons, denn die Organisationen tragen Trauer über die versäumten Chancen. „Seit dem Weltgipfel von Rio vor 10 Jahren sind nur Luftblasen produziert worden“, kritisiert Gabriele Pekny vom ÖKOBÜRO. „Jetzt hat Österreich noch 100 Tage Zeit, um in Johannesburg mit echten Maßnahmen zur Nachhaltigkeit überraschen zu können.“

Die Organisationen unterstreichen mit dieser Aktion ihre Forderungen in dem sechs Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog, der der österreichischen Bundesregierung übermittelt wird. Die beiden wichtigsten Forderungen sind die Einrichtung eines Ressourcenfonds zur Nachhaltigkeit und die Einsetzung eines „Mr. Sustainability“, der für die Koordination und Umsetzung der österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie zuständig ist. „Nach dem erfolgreichen Vorbild des Regenwaldfonds, den Österreich nach Rio eingerichtet hat, soll der Ressourcenfonds zusätzliches Geld zur Reduktion der weltweiten Armut und zum Schutz der natürlichen Ressourcen bereit stellen“, erläutert Elfriede Schachner, Geschäftsführerin der AGEZ. „Ein Nachhaltigkeitskoordinator - ein „Mr. Sustainibility“ - ist dringend notwendig, da derzeit verschiedene Ministerien sowie Bund und Länder mit Nachhaltigkeit befasst sind und eine Koordinationsstelle notwendige Maßnahmen bündeln soll. Sie muss mit politischem Mandat und Budget ausgestattet sein.“

Der Maßnahmenkatalog umfasst darüber hinaus folgende Forderungen:

Ø      Freiwillige Selbstverpflichtung – Umstieg der öffentlichen Beschaffung auf ökologisch und sozial gerechte Produkte

Ø      Entschuldung zur Bekämpfung der Armut / Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit

Ø      Klimaschutz

Ø      Nachhaltige Landwirtschaft

„Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit Nachhaltigkeit, dann muss sie die letzten 100 Tage nutzen“, fordern die Vertreterinnen der NGO-Plattform. „Unser Maßnahmenkatalog gibt dafür eine Handlungsanleitung.“

Weitere Informationen: Andrea Paukovits, WWF Pressesprecherin, 0676/83 488 231