AGEZ-PRESSEMITTEILUNG

Für die Armen gegen Armut - die Option Österreichs gegenüber den ärmsten Ländern

Dritte UN-Konferenz zur Lage der "am wenigsten entwickelten Länder"

 

Von Österreich wird ein gezielter Einsatz zur Armutsbekämpfung bei der vom 14.-20. Mai in Brüssel stattfindenden UNO-Konferenz zur Lage der "am wenigsten entwickelten Länder" (Least Developed Countries - LDCs) erwartet, erinnern die entwicklungspolitischen Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ) an die wiederholten Versprechen einer starken österreichischen Partnerschaft mit der verarmten Bevölkerung in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Bei der Weltkonferenz soll ein Aktionsprogramm verabschiedet werden, das konkrete Maßnahmen der ärmsten Länder und der internationalen Gemeinschaf bestimmt, in dessen Zentrum u.a. die Förderung von Marktorientierung und Wirtschaftswachstum, mehr Verantwortung für die Regierungen in den LDCs und die Verbesserung der Lebenssituation der Armen steht.

Damit die Armen ihre Armut tatsächlich bekämpfen können, müssen die am wenigsten entwickelten Länder von der Auslandsschuldenlast nachhaltig befreit werden. Bisherige internationale Entschuldungsinitiativen greifen viel zu kurz, wenn sie den ärmsten Ländern weiterhin Schuldendienste aufzwingen wollen, die ihre Bildungs- oder Gesundheitsbudgets übersteigen.

Nimmt man die internationalen Ziele für eine Halbierung der Massenarmut bis 2015 ernst, dann müssen den 49 Ländern, die auf der UNO-Liste der Ärmsten stehen, die Auslandsschulden vollständig gestrichen werden. Darüber gibt es international keine Zweifel mehr.

Wenn die Entschuldung zu einer neuen Chance für die 630 Millionen Einwohner dieser Länder werden soll, dann müssen die Armen unbedingt eine Gelegenheit bekommen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Anders ausgedrückt, es muss eine demokratische Teilnahme der Bevölkerung an den Entscheidungen über die Programme zur Armutsbekämpfung eingeleitet und abgesichert werden.

Um die Prozesse zu beschleunigen, sollte Österreich in Brüssel auf alle Fälle ein sofortiges Moratorium der Schuldenzahlungen dieser Länder erklären, bis endgültige Vereinbarungen für eine nachhaltige Zusammenarbeit auf internationaler Ebene getroffen werden. Die NGOs fordern die Regierung weiters auf, sich auf internationaler Ebene für eine wirksame Überprüfung des in Brüssel vereinbarten Aktionsprogramms einzusetzen.


Für nähere Informationen:

AGEZ, Mag. Elfriede Schachner, Tel: 317 40 16 oder 0699 107 66 216, agez@magnet.at

Erlassjahr 2000, Mag. Martina Neuwirth, Tel: 317 03 21, m.neuwirth@koo.at