AGEZ-PRESSEMITTEILUNG
NGOs: „Johannesburg-Gipfel als letzte Chance für Umwelt und Entwicklung“

Wien, 20. August 2002 - Knapp vor ihrer Abreise zum Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (WSSD) in Johannesburg stellen die österreichischen NGO-VertreterInnen aus Umwelt- und Entwicklungsorganisationen ihre Positionen, Erwartungen und ihr Arbeitsprogramm für Johannesburg vor. "Der Gipfel stellt die letzte Chance für Umwelt und Entwicklung dar" so die Organisationen. "Entscheidend wird sein wie sich die EU und damit Österreich gegenüber den bekannten Bremsern wie den USA behaupten kann." Beim WSSD wird vom 26. August bis 4. September über die entscheidenden Zukunftsthemen diskutiert von Klimaschutz und Energieversorgung über Landwirtschaft, bis zu Armutsbekämpfung und Zugang zu sauberem Wasser.

Umwelt: Klimaschutz und Umweltabkommen
"Traurige Aktualität hat das Thema Klimaschutz durch die verheerenden Hochwasserereignisse der letzten Tage erlangt. Der Klimaveränderung muss gegengesteuert werden", so Dr. Gerald Dick, Vertreter des Ökobüro in Johannesburg. "Wir erwarten von der österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie einen konkreten Maßnahmenplan mit fixen Zeitplänen und einem konkreten Budgetansatz. Österreichs CO2-Emissionen sind trotz gegenteiliger Verpflichtung steigend. Wir fordern ein umfassendes Klimaschutzmaßnahmenpaket."

Themen von ebenso weltweiter Bedeutung beim Gipfel in Johannesburg sind Nachhaltige Landwirtschaft und Energieversorgung. DI Iris Strutzmann, Vertreterin von GLOBAL 2000 in Johannesburg: "Die österreichische Delegation muss sich in Johannesburg dafür einsetzen, dass umweltfeindliche Technologien wie Gentechnik in der Landwirtschaft sowie Atomkraft als vermeintlich klimafreundliche Energieform keinesfalls in die Vereinbarungen hineingeschmuggelt werden. Absolut wichtig ist vor allem, dass multilaterale Umweltabkommen vor WTO-Recht gestellt werden."

Entwicklung: Österreich muss sich für Armutsbekämpfung einsetzen
Die Entwicklungsorganisationen, vertreten durch Mag. Judith Zimmermann von der KOO, haben für Johannesburg ein klares Ziel vor Augen: Österreich soll sich für die Armutsbekämpfung einsetzen und den Gipfel auch zum Anlass nehmen, die eigene Entwicklungshilfe angemessen zu erhöhen. "Wir erwarten uns von den österreichischen Ministern in Johannesburg eine politische Willenserklärung, die staatliche Entwicklungshilfe Österreichs spätestens bis zum Jahr 2010 auf 0,7% des BIP anzuheben. Trotzdem droht Johannesburg zu einem weiteren Gipfel zu verkommen, bei dem wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. "Aber noch sind die wichtigen Fragen offen. Wir werden alles daran setzen, dass sich die österreichische Delegation in Johannesburg aktiv für Hunger- und Armutsbekämpfung einsetzt", definiert Zimmermann ihre Rolle bei der Konferenz.

Weitere Informationen: GLOBAL 2000: Simone Bräuer, 0664/501 20 85
KOO: Corinna Milborn, 0699/19 24 12 73, WWF: Andrea Paukovits, 0676/83 488 231