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Forderungen von AGEZ und KOO zur
geplanten Einrichtung einer österreichischen Entwicklungsbank |
(Wien, 3. Mai 2007) Im Regierungsprogramm ist die Prüfung einer
„Entwicklungsbank“ in Österreich unter Berücksichtigung der einschlägigen
Erfahrung und Kostengünstigkeit der OeKB in der Ausfuhrförderung
festgehalten. AGEZ und KOO machen auf einige heikle Punkte aufmerksam, die
bei der Prüfung unbedingt berücksichtigt werden sollen:
Der Bedarf für die Schaffung einer neuen Struktur, deren Zusatznutzen und
die Abgrenzung von Aktivitäten bestehender Einrichtungen muss analysiert
und öffentlich plausibel dargelegt werden. Dies ist insbesondere
essentiell angesichts der äußerst knappen Mittel für EZA in Österreich,
der Gründung der ADA 2004 zur Umsetzung höherer Volumina und der aktuellen
Diskussion in Deutschland bezüglich einer Zusammenführung der bestehenden
Strukturen (KfW/ GTZ) auf Basis einer externen Studie und eines
Rechnungshofberichts .
Die Hauptsorge der NGOs betrifft die Zielsetzung einer Entwicklungsbank.
Wenn diese ihrem Namen gerecht werden soll, müssen Maßnahmen zur
Armutsreduzierung und nachhaltigen Entwicklung, ausgerichtet an den
Bedürfnissen der Betroffenen, im Zentrum stehen. Dies muss sich in
inhaltlicher Ausrichtung, Schwerpunktsetzung, Auswahlprozess, Strukturen
und Rechenschaftspflicht widerspiegeln. Kohärenz mit den Programmen der
OEZA und Kooperation mit anderen AkteurInnen der EZA sind ebenfalls
zentral.
Eine primäre Orientierung an den wirtschaftlichen Eigeninteressen
österreichischer Unternehmen durch Unterstützung ihrer Export-,
Marktzugangs-, Expansions- oder Auslagerungspläne wäre nicht im Sinne
dieser Zielsetzung. Die Entwicklungsbank sollte spezifisches Know how und
Potential österreichischer Unternehmen für Entwicklungsfinanzierung und
Aufbau des Privatsektors in Entwicklungs- und Schwellenländern dort
nutzen, wo dies den Interessen der angepassten, nachhaltigen und sozial
ausgewogenen Entwicklung dient und nicht durch andere Mechanismen
abgedeckt ist.
Die Entwicklungsbank sollte nur dort aktiv werden, wo es offensichtliche
Finanzierungslücken gibt, die durch existierende Finanzierungsmechanismen
und Institutionen nicht abgedeckt sind. Andererseits sollte sie nicht
einer Privatisierung und Kommerzialisierung der Hilfe Vorschub leisten
(etwa durch Förderung von Privatisierungen von Grundversorgung oder durch
Konkurrenz um finanzielle Ressourcen mit anderen Struk-turen der OEZA).
Die Österreichische Entwicklungsbank muss auf Erfahrungen anderer
europäischer Entwicklungsbanken und europäischer „Best Practice“ aufbauen.
>> Gesamttext:
www.oneworld.at/agez/Position-Entwicklungsbank-2007.pdf
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