"SpenderInnen in Österreich und Hilfsbedürftige
in Entwicklungsländern werden durch die Änderung des
Post-Zeitungsdienstes um 23 Millionen Schilling jährlich geschädigt",
erklärt Norbert Pühringer, stellvertretender Vorsitzender der
Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ).
Eine Milliarde Schilling Spendengelder sammeln
entwicklungspolitische Organisationen für Hilfsprojekte in der Dritten
Welt. Etwa 700 Millionen davon werden durch Mailings aufgebracht. Wieviel
davon Hilfsprojekten in der Dritten Welt zugute kommt, hängt wesentlich
davon ab, wie hoch die Kosten für Mailings in Österreich sind.
Die Bundesregierung legte Ende März eine Novelle des
Postgesetzes 1997 vor, die die Streichung des Postzeitungsversands
vorsieht. Der Spareffekt im Bundesbudget beträgt 900 Millionen Schilling.
Die Post wird in der Tarifgestaltung frei, was zu Kostenerhöhungen über
die 900 Mio. Schilling hinaus führen könnte.
Für die 29 entwicklungspolitischen
Mitgliedsorganisationen der AGEZ ist die im Budget vorgesehene Erhöhung
des Post-Zeitungstarifs eine massive Beeinträchtigung ihrer Arbeit. Jährlich
werden die Organisationen um 23 Millionen Schilling mehr für Mailings
aufwenden müssen. Aber auch die Informationsarbeit über die Entwicklung
von Dritte-Welt-Ländern in Österreich wird durch die Verteuerung der
Zeitungsporti schwer getroffen. Die benachteiligten Menschen in den Ländern
des Südens sind auf die Organisationen der AGEZ als einziges Sprachrohr für
ihren Kampf ums Überleben angewiesen. Eine Verteuerung trifft sie direkt.
Das Anliegen der Regierung, für mehr Demokratie und BürgerInnenbeteiligung
einzutreten, wird durch die Aufhebung des Post-Zeitungsdienstes in Frage
gestellt. Über die entwicklungspolitischen Organisationen hinaus sind
alle Organisationen und Vereine betroffen, die Spenden sammeln oder ihre
Mitglieder und die Bevölkerung über eigene Zeitungen informieren.
Die AGEZ hat Sorge, daß das brisante Klima in unserem
Land durch diese Vorgangsweise noch weiter verschlechtert wird.
Weitere Informationen: AGEZ, Mag. Elfriede Schachner,
Tel: 317 40 16
Wien, 3. April 2000