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AGEZ veröffentlicht Bericht „Entwicklungspolitische
Kohärenz - zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ - NGOs fordern kohärente
Außenwirtschafts- und Klimapolitik
Wien, 4. Dezember 2007 – Die afrikanischen Länder, darunter die ärmsten
Länder der Welt, werden im Rahmen von immer weitergehenden
Freihandelsabkommen (WTO, EPAs - Freihandelsabkommen der EU mit Afrika,
Karibik, Pazifik-Staaten) verstärkt gezwungen, ihre Märkte für
Konsumgüter, aber auch Lebensmittel zu öffnen. Während dadurch europäische
ProduzentInnen ihre Absatzmärkte ausbauen können, werden hunderttausende
Arbeitsplätze in der lokalen afrikanischen Wirtschaft zerstört.
Gleichzeitig werden im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (EZA)
Maßnahmen finanziert, welche die ländliche Produktion fördern und
Ernährungssouveränität sicherstellen sollen. Die AGEZ kritisiert, dass
sinnvolle Maßnahmen der EZA wie diese durch die EU- sowie die
österreichische Außenwirtschaftspolitik unterlaufen werden. Sie fordert
daher die Umsetzung einer mit den Zielen der Entwicklungszusammenarbeit
kohärenten Agrarhandels-, Exportförderungs- und Klimapolitik.
Österreich hat erfreulicherweise „Kohärenz“ im
Entwicklungszusammenarbeitsgesetz verankert („Der Bund berücksichtigt die
Ziele und Prinzipien der Entwicklungspolitik bei den von ihm verfolgten
Politikbereichen, welche die Entwicklungsländer berühren können“). Doch
die konkrete Umsetzung schaut mager aus, allem voran fehlt es an
politischem Willen, um Inkohärenzen, die aus den unterschiedlichen
Interessenslagen der einzelnen Politikfelder herrühren, zu beseitigen.
Um aufzuzeigen, woran es sich konkret spießt, hat die AGEZ, der
Dachverband der österreichischen NGOs, dazu den Bericht
„Entwicklungspolitische Kohärenz – zwischen Anspruch und Wirklichkeit“
verfasst. Dieser listet die konkreten Forderungen auf, die jenem
verkürzten Politikverständnis entgegenwirken sollen, welches
Entwicklungszusammenarbeit nur als humanitäres oder soziales Anliegen
versteht. Der Bericht zeigt weiters an Hand von drei konkreten Bereichen
auf, inwiefern die Politik im Bereich von Handel/Landwirtschaft, Klima und
Exportförderungen nicht kohärent sind.
Anlässlich der derzeit tagenden Klimakonferenz in Bali zum Beispiel
Klimapolitik: Österreich hat sich zum Kyoto-Protokoll verpflichtet, ist
allerdings meilenweit davon entfernt, das Ziel zu erreichen. Klimapolitik
ist entwicklungsrelevant, weil der Klimawandel die Lebensgrundlagen aller
Menschen bedroht. Die Industrieländer sind hauptverantwortlich für den
Anstieg von Treibhausgasemissionen, doch werden insbesondere die Menschen
in den armen Ländern, wie zB Afrika südlich der Sahara oder an dicht
bevölkerten Flussmündungen in Asien am meisten darunter zu leiden haben.
Sie müssen ihre Heimat verlassen und neue Lebensräume suchen; Konflikte
sind vorprogrammiert. Die Zahl der „Klimaflüchtlinge“ wird auf viele
Millionen Menschen ansteigen. Österreich hat sich gleichzeitig aber auch
zur Armutsbekämpfung und dem Erhalt der Umwelt in den Entwicklungsländern
verpflichtet. Hier tritt der Widerspruch zwischen mangelnder nationaler
Klimapolitik und Entwicklungspolitik offen zu Tage.
Der AGEZ-Bericht ist abrufbar unter:
http://www.oneworld.at/agez/AGEZ-Bericht-Kohaerenz.pdf
>> Druckversion der
Presseaussendung (pdf)
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