Entwicklungszusammenarbeit:
Kluft zwischen Rhetorik und Realität
Neuer Bericht "Wirklichkeit der Hilfe" erschienen
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Erhöhung und Reform der
Entwicklungszusammenarbeit (EZA) sind nötig, so "Reality of
Aid", ein kürzlich erschienener Bericht von
Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zur "Wirklichkeit der
Hilfe" der OECD-Länder.
Die AGEZ, der Dachverband von 29 NGOs der Entwicklungspolitik und
Entwicklungszusammenarbeit, zeichnet gemeinsam mit der ÖFSE für den Österreich-Teil
des Berichts verantwortlich.
Die Hilfe darf nicht an die Durchführung
von bestimmten politischen Maßnahmen gebunden sein, die im Endeffekt mehr
den "Gebern" als den "Empfängern" nützen. Ziel ist
ein Einsatz der Mittel dort, wo sie wirklich der Armutsbekämpfung dienen.
Nach 50 Jahren EZA lebt die Hälfte der Weltbevölkerung von weniger als 2
US $ pro Tag, ein Fünftel sogar von weniger als 1 Dollar pro Tag. Die
derzeitige Form der EZA soll nach ihren Zielsetzungen zwar Armut
reduzieren, wird jedoch immer mehr als Teil des Problems statt der Lösung
gesehen, so der Reality of Aid-Bericht.
Die Rhetorik:
1995 haben sich alle "Geberstaaten" dazu verpflichtet, die
weltweite Armut bis zum Jahr 2015 um die Hälfte zu reduzieren. Die
Realität: Allein der Zinsendienst der Entwicklungsländer betrug 1999
mehr als das doppelte der gesamten Entwicklungszusammenarbeit. Der Begriff
"Geber"staaten klingt in diesem Zusammenhang wie Zynismus. Dazu
kommt: fast in allen OECD-Ländern sind die Leistungen für EZA in den
letzten Jahren zurückgegangen, der Trend zeigt weiter nach unten. Österreich
befindet sich als eines der reichsten Länder nur an 16. Stelle der 22
"Geberländer". Die OECD empfahl Österreich eine Erhöhung
seiner EZA auf ein Niveau "das seine Wirtschaftsergebnisse und
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit widerspiegelt".
Von Worten zu Aktionen: Der
Reality of Aid-Bericht bringt konkrete Vorschläge, wie EZA sinnvoller
gestaltet werden kann. Dazu gehören sofortiger Schuldenerlass, der weiter
geht als die derzeitigen Entschuldungsinitiativen, und eine
Demokratisierung der internationalen Finanzinstitutionen Währungsfonds
und Weltbank. Forderungen die auch von der AGEZ gestellt werden.
Umdenken gefordert: Vor
allem aber geht es um ein grundsätzliches Umdenken: Eine globalisierte
Welt braucht politische Analysen und Spielregeln, die die Menschen und
nicht Wachstum in den Mittelpunkt stellen. Das fordern auch die tausenden
Delegierten, die sich dieser Tage im südbrasilianischen Porto Alegre zum Weltsozialforum
treffen. Sie wollen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und
Alternativen zur derzeitigen Form der Globalisierung erarbeiten.
Für nähere Informationen:
AGEZ (Arbeitsgemeinschaft
Entwicklungszusammenarbeit):
Mag. Elfriede Schachner; Tel: 317 40 16 oder 0699
107 66 216;
ÖFSE (Österreichische Forschungsstiftung für
Entwicklungshilfe):
Mag. Karin Küblböck; Tel: 317 40 10
www.realityofaid.org
www.eza.at
www.oneworld.at/agez
http://forumsocialmundial.org.br/ingles/
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