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Sozialstandards weltweit !
Eine Erklärung und Forderung der österreichischen Clean
Clothes-Kampagne (CCK) und der Arbeitsgemeinschaft
Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ)
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Die Schattenseiten einer globalisierten Wirtschaft ohne soziale
Spielregeln werden weltweit immer offensichtlicher. Internationale
Unternehmen können heute aufgrund flexibler Kapitalmärkte Standorte sehr
schnell verlagern und dort produzieren, wo sich kurzfristig gesehen die günstigsten
Bedingungen bieten.
Der globale Wettbewerb um die besten Wirtschaftsstandorte geht meist zu
Lasten der Beschäftigten in den Ländern des Südens, die oft unter
menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für den Weltmarkt produzieren müssen.
Er verstärkt aber auch die Tendenz bei uns, Sozial- und Umweltstandards
auf ein niedrigeres Niveau zu drücken.
Es gibt sicherlich kein Allheilmittel gegen diese Entwicklung. Wir sind
jedoch überzeugt, daß nur durch die Schaffung von international
verbindlichen und sanktionsfähigen Rechtsinstrumenten die weltweite
Durchsetzung eines Mindeststandards von Sozial- und Arbeitsrechten möglich
ist. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO hat mit ihren Konventionen
bereits ein derartiges Regelwerk ausgearbeitet - was fehlt, ist die
effektive Umsetzung dieser Übereinkommen.
Ende November 1999 beginnt in Seattle, USA, die sogenannte
"Milleniumsrunde" – Verhandlungen im Rahmen der
Welthandelsorganisation WTO zur Reformierung des Welthandels im weitesten
Sinn, einschließlich Dienstleistungen, geistiges Eigentum,
Investitionsbedingungen.
Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf
* Bei der Ausarbeitung der EU-Position zur WTO-Milleniumsrunde mit
allem Nachdruck die Forderung nach Einführung von sozialen
Mindeststandards in der WTO zu vertreten, vor allem auf Basis der
ILO-Konventionen zu sozialen Kernstandards.
Parallel dazu muß auch auf die Schaffung von Mechanismen zur Bekämpfung
mißbräuchlicher Anwendung von Sozialklauseln (als moralisch verbrämter
Protektionismus der reichen Länder) großer Wert gelegt werden.
* Endlich auch alle Konventionen zu den sozialen Kernstandards (core
labour standards) in Österreich zu ratifizieren, wie die ILO-Konvention
138 bezüglich Kinderarbeit, oder verwandter Abkommen wie die
ILO-Konvention 169 zum Schutz der Rechte indigener Völker und die
ILO-Konventionen zu Teilzeit- und Heimarbeit.
* Sich im Rahmen der EU-Kommission für eine Umsetzung einer Resolution
des Europäischen Parlaments vom Jänner 1999 zur Entwicklung eines
Verhaltenskodex für in Entwicklungsländern tätige europäische
Unternehmen, der sogenannten "Hewitt-Resolution", einzusetzen.
Abschließend möchten wir noch darauf hinweisen, daß sich die
Ressortchefs für Wirtschaft und für soziale Angelegenheiten, Herr Hannes
Fahrnleitner und Frau Eleonore Hostasch, in Schreiben an die AGEZ ausdrücklich
für eine international verbindliche Verankerung von Sozialstandards
ausgesprochen haben.
Für die AGEZ Für die CCK
Mag. Brigitte Ornauer Werner Hörtner
Wien, 22. September 1999
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