Nach Angabe der FAO (UN-Organisation für Ernährung
und Landwirtschaft) leiden heute 828 Millionen Menschen an Hunger und
Unterernährung. Während in der westlichen Welt die Menschen von
sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Herz- und Gefäßkrankheiten
betroffen sind, sterben in den Ländern des Südens jedes Jahr 18
Millionen Menschen an Hunger, davon täglich über 20.000 Kinder.
Es gibt immer wieder Hungersnöte, ausgelöst durch
Kriege, Natur- oder menschengemachte Katastrophen. Hier hat die
Entwicklungszusammenarbeit in der Friedenssicherung, in der Nothilfe aber
insbesondere bei Präventionsmaßnahmen eine wichtige Aufgabe. Nach
Katastrophen sind in allen Medien aufmerksamkeitsheischende Bilder präsent.
Doch Hunger ist kein unausweichliches Naturereignis, Hunger ist ein
politischer Skandal.
Hungertod ist nicht hinnehmbar in einer Welt, die
Wissen und Macht hat, diese Situation zu verändern. Weltweit werden genügend
Lebensmittel produziert, um die heutige Weltbevölkerung zu ernähren. Das
Problem der Nahrungsunsicherheit ist vielmehr das Resultat einer
ungleichen Verteilung der Nahrungsmittel.
So steht der Futterbedarf für den Fleischkonsum der
Reichen in Konkurrenz zur Getreidenachfrage der Armen. Masttiere in den
Industrieländern verzehren fast die Hälfte des weltweit produzierten
Getreides. Auch die massive Überproduktion in Industrieländern und das
anschließende Verschleudern zu Dumpingpreisen auf Märkte in
Entwicklungsländern – ermöglicht durch Exportsubventionen des Nordens
- haben katastrophale Auswirkungen: die Preise in den Ländern des Südens
für einheimische landwirtschaftliche Erzeugnisse fallen, und den BäuerInnen
droht letztlich der Ruin.
Es braucht kein gentechnisch manipuliertes Saatgut für
eine globale Ernährungssicherheit, vielmehr ist die noch bestehende
genetische Vielfalt ausschlaggebend und schützenswert.
Das Recht auf Nahrung ist das wichtigste aller
Menschenrechte. Es ist Eckpfeiler für die Verwirklichung der Menschenwürde.
Hunger verunmöglicht ein selbstbestimmtes Leben. Im neuen Jahrtausend
bleibt die Überwindung von Hunger und Armut die entscheidende
Herausforderung für die Wirtschafts-, Handels-, Sozial- und
Landwirtschaftspolitik. Die AGEZ setzt sich für eine kohärente Politik
der Ernährungssicherheit ein, in deren Dienst sich auch der
liberalisierte Welthandel stellen muß.
Für weitere Informationen steht Ihnen Frau Mag.
Elfriede Schachner gerne zur Verfügung:
Tel: 317 40 16; agez@magnet.at
Wien, 13. Oktober 2000