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Kein Ausspielen von Notleidenden in Österreich gegen
Notleidende in den ärmsten Ländern der Welt!
Österreichische Entwicklungs-NGOs gegen Vorschlag, Entwicklungshilfemittel für Hochwasserentschädigungen zu verwenden |
Wien, 15. August 2002 - Die österreichischen entwicklungspolitischen
Nichtregierungsorganisationen sprechen sich vehement gegen den Vorschlag von FP-Klubchef Westenthaler aus, die Mittel für Entwicklungshilfe und Auslandskatastrophen nun im Inland für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Österreicherinnen und Österreicher zu verwenden.
Die AGEZ, der Dachverband von 29 Nichtregierungsorganisationen der
Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit, betont ihre Solidarität mit den österreichischen Opfern der verheerenden Hochwasserkatastrophe und tritt dafür ein, dass alles getan
werden muss, um diesen Menschen zu helfen. Doch verwehren sich die Organisationen auf das Entschiedenste dagegen, das Leid der Menschen in den ärmsten Ländern der Welt gegen das Leid der Menschen im eigenen Land aufzurechnen. Solidarität ist unteilbar: um österreichischen Katastrophenopfern helfen zu können, darf dabei anderen notleidenden Menschen, die ein Leben in struktureller Armut fristen, nicht die Unterstützung entzogen werden. Vielmehr müssen Lösungen gefunden werden, die nicht den Schwachen
angelastet werden.
Abgesehen davon sind die - ohnehin zu geringen - Entwicklungshilfe-Mittel bereits
budgetiert bzw. vertraglich gebunden, weisen die Organisationen doch seit Jahren darauf hin, dass sich Österreich mit seinen öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit deutlich unter dem EU-Durchschnitt befindet. Ein Kürzung der österreichischen Mittel für Entwicklungshilfe hätte für Tausende Arme und Hungernde in den ärmsten Ländern der Welt katastrophale Auswirkungen.
Rückfragen richten Sie bitte an:
Mag. Elfriede Schachner, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszu-sammenarbeit (AGEZ); 0699-107 66 216
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