
In Entwicklungsländern des Südens leben nach wie vor Millionen von Menschen trotz harter Arbeit in unwürdigen Verhältnissen, sowohl ihre wirtschaftliche, soziale als auch politische Situation betreffend. Da die ProduzentInnen in Asien, Afrika und Lateinamerika de facto kaum Zugang zu den Märkten der Industriestaaten haben, sind sie abhängig von Zwischenhändlern. Diese bestimmen die Preise für die Produkte und schmälern so die Erträge für die Kleinbauernfamilien drastisch. Um benötigtes Saatgut oder Werkzeug anschaffen zu können, bedarf es finanzieller Mittel, die den ProduzentInnen oft nicht zur Verfügung stehen, da Banken keine Kredite gewähren, weshalb an Zwischenhändler oftmals Zinsen von bis zu 25% pro Monat (!) bezahlt werden müssen und so Abhängigkeiten und Verschuldungen immer größer werden.
Weiters ist auf für den Norden produzierenden Plantagen der Einsatz giftiger Chemikalien wie Pestizide an der Tagesordnung. Arbeiterinnen, Arbeiter und deren Kinder sind diesen Giften oft schutzlos ausgesetzt, was Krankheiten mit schrecklichen Langzeitfolgen bewirkt, da medizinische Versorgung und Arztbesuche ein nicht zu bezahlender Luxus sind, ähnlich wie sauberes Trinkwasser, Sanitätseinrichtungen oder der Schulbesuch für die Kinder.
Zuguterletzt suchen diese Menschen Auswege in den Städten, wo die Slums anwachsen und sich die Lebensbedingungen auf ähnlich schlechtem Niveau befinden.
Ein Befreien aus diesen Abhängigkeiten aus eigener Kraft ist für die Kleinbauern und PlantagenarbeiterInnen ohne einen Anstoß und Unterstützung von außen oft nicht möglich.
Fairer Handel ist laut EU-Gremien eine der effizientesten Formen der Entwicklungsförderung!
Im Grunde braucht es oft recht wenig, um die Situation der ProduzentInnen im Süden zu verbessern:
Wenn etwa nur 10 Menschen in Österreich beginnen, Kaffee aus Fairem Handel zu trinken, so kann eine ganze Familie im Süden davon ihre Existenz sichern.
Wichtig ist die Nachhaltigkeit der Resultate des Fairen Handels. Durch höhere Erträge für ihre Produkte aus dem TransFair-System ist es den ProduzentInnen selbst möglich, etwa in Infrastrukturmaßnahmen wie Schulen, Sanitäreinrichtungen oder verbesserte medizinische Betreuung zu investieren und somit langfristige Verbesserungen eigenverantwortlich durchzuführen ohne in neuerliche Abhängigkeiten zu geraten.
TransFair garantiert den Bauern einen Mindestpreis für die Abnahme eines Teils ihrer Produkte im Fairen Handel, der deutlich höher als die üblichen Weltmarktpreise liegt. Zusätzlich erhalten sie zweckgebundene Prämien (FairTrade Premium) für den Ausbau und den Unterhalt etwa von Gesundheitseinrichtungen, Schulen, Wasserversorgung und dergleichen mehr.
Der Faire Handel öffnet den Bauern den direkten Zugang zu den Märkten der Industriesstaaten und schließt damit die Zwischenhändler aus. Allein durch diesen Direktverkauf können die ProduzentInnen ihre Einkünfte verdoppeln. Statt Wucherzinsen zu zahlen bietet TransFair alternative Finanzierungsmöglichkeiten - etwa für Saatgut - an.
Die Auswirkungen des Fairen Handels zeigen deutlich, dass alle Beteiligten von Fair Trade profitieren!
Die KonsumentInnen erhalten umwelt- und sozialverträglich hergestellte Produkte von ausgezeichneter Qualität durch die Sorgfalt und Handarbeit der Kleinbauern mit Ursprungsgarantie. Der tägliche Einkauf ermöglicht einen direkten Beitrag für Veränderung zu leisten. Traditionelle Anbaumethoden verzichten auf den Einsatz von Chemie und garantieren umweltverträglich erzeugte Produkte.
Die ProduzentInnen erhalten eine dauerhafte Basis für unabhängige Entwicklung:
| am Beispiel Kaffee: Kaffeepreis am Weltmarkt derzeit ca. 50 Cent/Ib (engl. Pfund=0,46kg) FairTrade-Mindestpreis: 126 (+5) Cent/Ib (oder:126 Dollar pro Sack = 46kg) Prämie für soziale und ökolog. Programme: 5 Cent/Ib Aufschlag für biozertifizierte Produkte: 15 c/lb (Stand 07/01) |
Die Umwelt profitiert von naturnahen Produktionsmethoden
Fairer Handel bekämpft folgende Mißstände:
Das Angebot an fair gehandelten Produkten wird immer umfangreicher. Kaffee, Tee, Schokolade, Früchte und vieles mehr sind in
Weltläden sowie flächendeckend in Geschäften führender Einzelhandelsketten erhältlich!
Hier erfahren Sie mehr über fair
gehandelte Produkte!