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Global Education Week: Idee und Umsetzung
Seit 1999 gibt es die Initiative, einmal pro Jahr, jeweils im November, Global Education Weeks / Wochen des Globalen Lernens durchzuführen. Das Nord-Süd-Zentrum des Europarates koordiniert dieses europaweite Projekt.
Ein Beitrag von Franz Halbartschlager
Einleitung
Im Februar 1999 fand auf Einladung des North-South Centres unter
dem Titel: "Strategies for Increasing and
Improving Global Education" in Straßburg ein Planungstreffen von
Mitarbeiter/innen europäischer Nichtregierungsorganisationen und staatlicher
Stellen (Bildungsministerien) zur Vorbereitung einer europaweiten
Schwerpunktwoche zu Themen des Globalen Lernens statt. Dieses Treffen war der
Auftakt für die jährliche Durchführung einer so genannten Global Education Week, beginnend mit der ersten Durchführung in der
zweiten Novemberwoche 1999. Seither hat sich die Zahl der an der Initiative
teilnehmenden Einrichtungen und Länder konstant erhöht: 1999 beteiligten sich 9
Länder an der Global Education Week 2003 fanden bereits in 35
Ländern des Europarates Veranstaltungen zu Globalen Lernen im Rahmen der Global Education Week statt, sodass man
zu Recht von einer wachsenden Initiative sprechen kann.
Ziele und Rahmen der Global Education Week
Die Idee
der Global Education Week
besteht
darin, zeitlicher und thematischer Rahmen für die Durchführung von
möglichst
vielen und kreativen Aktivitäten im Umfeld des Globalen Lernens
darzustellen: "Through Global Education Week young people in member
states of the Council of Europe should learn about the causes and
effects of global and local injustice; they take part in learning about
their role in an increasingly globalized world; and they learn how to
participate in making the world a more just and sustainable plase. From
Moldavia
to Malta, from the Artic Circle to the Mediterranean Sea; increase
numbers of young people inn Europe should take part in education that
opens their eyes and minds to the realities of a globalising world, and
enables them to take part in action for change and to lead
awareness-raising fo a greater global solidarity."
zeitlicher Rahmen
Die Global Education Week findet seit 1999
jeweils in der dritten Novemberwoche statt. Nachdem Schulen von Anbeginn als
der zentrale Akteur und Schüler/innen und Lehrer/innen als die wichtigsten
Zielgruppen der Global Education Week
galten, wurde dieser Termin gewählt, weil er sich gut für die Planungen und die
Einbindung der Initiative in das Schuljahr in allen Mitgliedsstaaten des
Europarrates eignet.
Im übrigen
betonen die Koordinator/innen der Global
Education Week, dass diese Schwerpunktwoche tatsächlich nur Auftakt, Anlass
oder Rahmen für eine weiterführende Beschäftigung mit globalen Themen während
des gesamten Schuljahres bzw. Jahres darstellen sollte.
thematischer Rahmen
Der
übergeordnete thematische Rahmen der Global
Education Week besteht darin, ein Bewusstsein für globale Fragestellungen
zu schaffen und zu vertiefen, um zu verdeutlichen, dass
- Europa und seine Staaten Teil
einer globalisierten Welt sind
- Vielfalt schön und notwendig
ist
- internationale Solidarität
bedeutend ist
- Antworten über die eigenen
Landesgrenzen hinaus erforderlich sind
- verantwortungsvolle Weltbürgerschaft/Global Citizenship wichtig ist.
Abgesehen
von diesen abstrakt klingenden Fragestellungen haben sich die Koordinator/innen
von Anbeginn darauf verständigt, der jährlich stattfindenden Global Education Week überdies konkrete
Schwerpunktthemen zuzuordnen, die im Kontext internationaler Ereignisse oder
von Schwerpunktjahren standen:
1999: "Globalisation without Poverty" (im Rahmen der "Global Solidarity
Campaign" des Europarates)
2000: Kein Thema
2001: Kein Thema
2002: "Living in one sustainable World" (im Rahmen der UN-Konferenz für
"Umwelt und Entwicklung" in Johannesburg.
2003: "Conflict and Human Security: the World we live in, he World we
want; in Österreich: "Wasser für alle" (im Rahmen des "Internationales Jahres
des Wassers").
2004: "Together for a World without Poverty" (im Rahmen der Kampagne zur
Förderung der so genannten UN-Milleniumsziele.
2005: "Learning for a better world, for all of us, everywhere, now" (im
Rahmen der Kampagne zur Förderung der so genannten UN-Millenniumsziele.
2006: "Acting together for a just world / Gemeinsam für eine gerechte
Welt"
2007: "Six Billion - ONE Humanity / Sechs Milliarden - EINE Menschheit"
2008: "Interkultureller Dialog im globalen Dorf"
2009: "Nahrung für Alle"
2010: "Eine menschliche Welt für Kinder"
Akteur/innen
Zur
Teilnahme an der Global Education Week
werden europaweit alle schulischen (Schulen, Institute der Aus- und
Weiterbildung von Lehrer/innen) und außerschulischen (Kindergärten,
Universitäten, Fachhochschulen, Gemeinden, Pfarren,
Nichtregierungsorganisationen, Bildungshäuser, Museen, Volkshochschulen,
Jugendzentren usw.) Bildungseinrichtungen eingeladen.
Bisher
liegt der Schwerpunkt von Aktivitäten und Veranstaltungen im Rahmen der Global Education Week in den meisten
teilnehmenden Ländern im Bereich der schulischen Bildungsarbeit.
mögliche Aktivitäten
Für
mögliche Aktivitäten im Rahmen der Global
Education Week bieten sich zahlreiche Möglichkeiten:
- Durchführung von Schulprojekttagen
und -wochen
- Organisation von Schulfesten
- Erstellung oder Einsatz von
themenbezogenen Ausstellungen und Workshops
- Veranstaltung von Vorträgen,
Seminaren, Konferenzen, Symposien
- Organisation von Lesungen,
Theaterstücken und Konzerten
- Veranstaltung von
themenbezogenen Filmtagen oder -wochen
- Erstellung von
Schüler/innenzeitungen oder einer Homepage
sowie weitere kreative Ideen.
Internationale Koordination der Global Education Week
Die internationale Koordination der Global Education Week erfolgt - wie oben erwähnt - durch das
North-South Centre des Europarates in Lissabon. Im Rahmen dieser Aufgabe werden
im wesentlichen drei Maßnahmen gesetzt:
- Aufbau
und Betreuung eines ständig anwachsenden Netzwerkes der nationalen
Koordinator/innen der Global
Education Week (Stand 2006: Koordinator/innen von 36 teilnehmenden
Ländern).
- Vorbereitung und und Durchführung eines jährlichen
internationalen Vorbereitungsseminars
(Vernetzungstreffens), an welchem die
nationalen Koordinator/innen teilnehmen. Diese Treffen finden jeweils
im Frühjahr statt und dienen der Evaluierung der abgelaufenen und der
Planung der bevorstehenden Global Education Week. Im Rahmen dieser
Seminare wird auch über das jeweilige Schwerpunktthema entschieden.
Diese internationalen Seminare fanden bisher in folgenden Ländern
statt:
1999:
Ungarn, Budapest
2000:
Portugal, Lissabon
2001:
Frankreich, Straßburg
2002:
Zypern, Limassol
2003:
Tschechien, Brno
2004:
Österreich, Stadtschlaining
2005:
Irland, Dublin
2006:
Sinaia, Rumänien 2007: Lissabon, Portugal 2008: Ljubljana, Slowenien 2009: Stockholm, Schweden
- Erstellung
eines Global Education Newsletter,
der ein Informations- und Austauschmedium zur Global Education Week darstellt und in eVersion auf der
Homepage des North-South Centre (www.nscentre.org)
zur Verfügung steht.
Das eigentliche Rückgrat der Idee der Global Education Week stellt ohne Zweifel das Netzwerk der
nationalen Koordinator/innen dar. Dieses Netzwerk besteht aus jeweils ein bis
zwei Vertreter/innen der teilnehmenden Länder, die entweder Mitarbeiter/innen
von Nichtregierungsorganisationen, von den jeweiligen Bildungsministerien oder
Lehrer/innen sind. Ihr Aufgabe besteht darin, in den jeweiligen Ländern die
Idee der Global Education Week zu
verankern, Kooperationspartner/innen für die Durchführung zu finden und
einzubeziehen, Aktivitäten zu planen und durchzuführen usw.
Global Education Week in Österreich
In Österreich finden seit 1999 Aktivitäten im Rahmen der Global Education Week statt. Das Österreichische Bundesministerium für Bildung,
Wissenschaft und Kultur (bm:bwk) unterstützt diese Initiative; die Umsetzung
erfolgte bisher vor allem durch die Südwind Agentur und durch das
Interkulturelle Zentrum. Alle wichtigen Informationen und Aktivitäten im Umfeld der Global Education Week in Österreich
finden sich auf der Homepage: www.globaleducationweek.at
Für die Bewerbung und Umsetzung der Ziele und Inhalte der Global Education Week in Österreich
wurden in den vergangenen Jahren unter anderem folgende Maßnahmen gesetzt:
- Information
über die Inhalte, Ziele und Möglichkeiten der Initiative mittels eines
Folders, der allen österreichischen Schulen über die
Landesschulräte/Stadtschulrat für Wien zugestellt wurde
- Formulierung eines Unterrichtserlasses durch das bm:bwk (jährlich, seit 2001)
- Bereitstellen
von Informationen im Internet (www.globaleducationweek.at)
- Erstellung
von Postkarten und Plakaten
- Zusammenstellung
und Erstellung von Unterrichtsmaterialien (z.B. Koffer "Globalisierung
ohne Armut", 1999; Unterrichtsmaterialien zu "Umwelt und Entwicklung",
2002 und "Wasser", 2003)
- Allgemeine
Projektberatung zur Durchführung von Unterrichtsprojekten zu den jeweiligen
Schwerpunktthemen der Global
Education Week
- Verleih
von Unterrichtsmaterialien (Videos, CD-Roms, Unterrichtsbehelfe usw.)
- Verleih
von Workshops und Ausstellungen zu verschiedenen Themen
- Vermittlung
von Referent/innen für den Unterricht
- Vermittlung
von Informationen über Nord-Süd-Schulpartnerschaften
- Durchführung
von Lehrer/innenaus- und -fortbildungsseminaren an Pädagogischen Instituten
und Akademien
- Durchführung
von internationalen Lehrer/innenseminaren
- Durchführung
von Informationsveranstaltungen zur Global
Education Week (häufig in Kooperation mit den Pädagogischen Instituten
und Akademien)
- Vorbereitung
und Durchführung von Schulwettbewerben (1999 und 2003)
- Vorbereitung
und Durchführung von Filmwochen (2004 bis 2007)
__________________________
Koordination der Global Education Week in Österreich
Dr. Franz Halbartschlager
c/o Südwind Agentur
Laudongasse 40
A-1080 Wien
Tel.: 0043 - 1 - 405 55 15 - 314
Fax.: 0043 - 1 - 405 55 19
eMail.: franz.halbartschlager@suedwind.at
www.globaleducationweek.at
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