Rückgang der Ungleichheit in Brasilien

Von 1998 bis 2004 ist der brasilianische Ungleichheitsindex rasant gefallen. Wenn das Land diesen Rhythmus beibehält, so fehlt Berechnungen zufolge etwa ein halbes Jahrhundert um das Niveau von Industrieländern, wie z.B. Frankreich, zu erreichen.

Nachdem Brasilien jahrzehntelang eine der letzten Plätze auf der weltweiten Ungleichheitsskala eingenommen hat, verbesserte sich letztendlich bedeutend die Einkommensverteilung. Dies geht aus einer Studie des Wirtschaftsexperten der Weltbank Francisco Ferreira hervor. Das Land erreichte im Jahr 2004 seinen kleinsten Gini-Index (Ungleichheitsindex) seit 1981. Der Messwert ist in diesem Zeitraum von 0,591 auf 0,564 gesunken.

Der Gini-Index ist ein statistisches Maß für Verteilungsgleichheit, entwickelt vom italienischen Statistiker Corrado Gini. Der Wert kann beliebige Größen zwischen 0 und 1 (bzw. 0 und 100 Prozent) annehmen. Je näher an 1 der Gini-Index ist, desto größer ist die Ungleichheit (zum Beispiel einer Einkommensverteilung). Die Schweiz verzeichnet einen Gini-Index von 0,250. Laut Berechnungen der Zeitschrift "Època" könnte Brasilien in 70 Jahren denselben Wert erreichen. Unglücklicherweise kann der Abbau der Ungleichheit nicht ausschließlich positiv gedeutet werden. Eine Erklärung für dieses Phänomen liefert die Verringerung der Unterschiede im Ausbildungsgrad. Die Absolvierung einer höheren Ausbildung ist nicht unbedingt mit Vorteilen verbunden. Die Geringschätzung der Bildung hat längerfristig keine positiven Konsequenzen für Brasilien. Quelle: Època 13.03.2006 www.editoraglobo.com.br Foto: http://www.ybnews.org.br/pub/news/72165c595651b1da3263c59d4b334fa0.jpg Beitrag von Gabriella Csanádi: 13.03.2006

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