Nothilfefonds eingerichtet
Nach monatelangem Druck auf die ehemaligen Hermosa-Auftraggeber wie adidas und Nike konnte die Fair Labor Assocation (FLA) am 22. Dezember 2006 bekannt geben, dass ein Nothilfefonds für die entlassenen GewerkschafterInnen eingerichtet wurde. Leider ist die bereitgestellte Summe weit unter den Forderungen der ArbeiterInnen. Take action now! - Unterstützen Sie die ArbeiterInnen von Hermosa und schicken Sie einen Protestbrief an die internationalen Unternehmen!
Die Hermosa Textilfabrik in El Savador, die für Markenkonzerne wie adidas und Nike produziert hat, wurde im Mai 2005 geschlossen, nachdem die ArbeiterInnen eine Gewerkschaft gegründet hatten, um sich gegen die schlechten Arbeitsbedingungen zu wehren. 190 ArbeiterInnen forderten ausstehende Löhne, Abfertigungen sowie die Auszahlung ihrer Pensionsansprüche. Der Fabrikbesitzer, Salvador Montalvo, schuldet den Behörden bis heute über USD 350.000 an ausstehenden Sozialversicherungs- und Pensionszahlungen. 64 Gewerkschaftsmitglieder der 190 ArbeiterInnen wurden auf eine schwarze Liste gesetzt, die verhindert, dass sie anderswo eine Anstellung finden. Aufgrund anhaltender Bemühungen der Clean Clothes Kampagne (CCK) erklärte die FLA, bei der viele der ehemaligen Auftraggeber von Hermosa Mitglied sind, am 22. Dezember in einer Presseerklärung, dass sie einen Nothilfefonds eingerichtet hat. Die Anfangssumme beträgt USD 36.000, die den entlassenen ArbeiterInnen über die salvadorianische Organisation FESPAD ausgezahlt werden soll, was mit den ArbeiterInnen und der CCK so vereinbart wurde. Erfolg und Nachbesserungsbedarf Die Einrichtung eines Nothilfefonds durch die FLA und die Einzahlungen einiger Markenfirmen in diesen Fonds stellt einen großen Erfolg der entlassenen GewerkschafterInnen und für die sie unterstützenden Gruppen weltweit dar. Allerdings ist dieser Nothilfefonds keine Entschädigung für die ArbeiterInnen, dafür ist die Summe zu gering. Laut einer Berechnung der FLA wurden die Hermosa-ArbeiterInnen über die Jahre hinweg um über USD 800.000 betrogen. Gerade die Markenfirmen, die in Hermosa fertigen ließen und die über Jahre hinweg die konkreten Hinweise seitens der CCK über massive Arbeitsrechtsverletzungen in dieser Fabrik ignoriert haben, kommt die Verantwortung zu, den ArbeiterInnen die ausstehende Entschädigung zu bezahlen. Forderungen an die Markenfirmen:
|
