Die soziale Lage der Welt

Der "Report on the World Social Situation" berichtet seit 1952 einmal pro Jahr über die soziale Lage der Welt. Für das Jahr 2005 wurde als Hauptthema "Ungleichheit" in all ihren Formen ausgewählt. Für das Thema Ungleichheit entschieden sich die Autoren aufgrund der zunehmenden Erkenntnis internationaler Organisationen, dass erfolgreiche Entwicklungspolitik sowie das Erreichen der Milleniumsziele sehr eng mit der Reduzierung von Ungleichheit verbunden sind.

Chancenungleichheit besteht in vielen unterschiedlichen Lebensbereichen. Der UN-Bericht behandelt sowohl die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Menschen dieser Erde als auch andere Formen von Ungleichheit, wie z.B. im Gesundheitsbereich (Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, HIV/AIDS), in der Ernährung sowie der Erziehung. Die Autoren heben besonders drei Themenbereiche hervor: zum Ersten die Situation von Menschen, die in der Schattenwirtschaft oft ohne soziale Absicherung und unter schlechten Arbeitsbedingungen ihr täglich Brot verdienen müssen. Zweitens werden unter der Überschrift "inequalities and social integration" Themen wie die Vererbbarkeit des sozialen Status, Ungleichheiten im Konsum, Gewalt und Kriege sowie die Bedeutung von Demokratie im Kampf gegen eine ungerechte Verteilung von Rechten und Besitztümern behandelt. Schlussendlich werden die verschiedenen Aspekte der Globalisierung untersucht: ihr Einfluss auf die Rolle des Staates, die derzeit dominierende Politik der "Liberalisierung" sowie Entwicklungshilfe und ihre Effektivität. Fazit des Berichtes zur sozialen Lage der Welt für das Jahr 2005 ist, dass in einigen Bereichen die Chancenungleichheit zwischen den Menschen dieser Erde größer zu werden droht (z.B. Einkommen- und Vermögensunterschiede) und in vielen anderen Bereichen der Prozess der Reduzierung dieser Ungleichheit drastisch langsamer wird. Die Schlussfolgerung dieses Berichtes, der an die UN Hauptversammlung gerichtet ist, lautet daher: wesentlich entschiedenere Maßnahmen als bisher sind nötig, damit die Chancenungleichheit nicht wieder größer wird. Das Ziel ist nicht alle Menschen gleich zu machen, sondern ihnen ähnliche Startvoraussetzungen zu geben um ihre Potentiale und Lebensvorstellungen zu verwirklichen. (Beitrag von Sebastian Leprich, 4. April 2006)

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