The World Development Report 2006

"Equity and Development" lautet das Thema des diesjährigen Berichtes der Weltbank zur Entwicklung der Welt. Die Chancenungleichheit zwischen den Menschen unserer Erde war zuletzt auch Thema des "Report on the World Social Situation 2005" und des "UNDP Reports 2005".

Anhand von Alltagsbeispielen und Statistiken wird anfangs erklärt, in welchen Lebensbereichen Ungleichheiten in den Entwicklungschancen von Menschen und Ländern bestehen. Der Weltbank geht es dabei vor allem um Chancengleichheit. Primäres Ziel ist nicht, dass alle Menschen gleich hohes Einkommen besitzen, sondern dass sie mit ähnlichen Voraussetzungen ins Leben starten können. Dabei sind natürlich die Unterschiede in der Einkommenssituation der Eltern ein Grund für die Chancenungleichheit der Kinder. Hauptgründe für diese soziale Ungerechtigkeit sind das Geschlecht, die Rasse, der Geburtsort sowie die Bildung und der Beruf der Eltern - alles Faktoren, die das Leben der Kinder grundlegend prägen werden, jedoch außerhalb ihres Einflussbereiches liegen. Ausführlich wird beschrieben, wie diese ungleichen Startvoraussetzungen die Möglichkeiten im Leben armer und benachteiligter Leute einschränken. Unterschiede aufgrund des Geschlechtes, in der Qualität der Erziehung sowie im Einkommens- und Gesundheitsbereich werden angesprochen.

Im dritten Teil des Berichtes werden dann die Möglichkeiten zur Reduzierung dieser ungerechten Unterschiede ausgeführt: - bessere Bildung und Gesundheitsversorgung - gerechtere Justizsysteme und Landaufteilung - größere Gleichheit in den Finanz- und Arbeitsmärkten - höhere und effizientere Entwicklungshilfe

Ein interessanter Bericht, der ein Umdenken der Weltbank markiert. Soziale Ungerechtigkeit wird nicht nur mehr als extreme Armut und Hunger definiert. Ungerechtigkeit bedeutet für die Weltbank nun auch ungleiche Reichtumsverteilung, ungleiche Ausbildungschancen und ungleiche Gesundheitsbedingungen. Wenn auch die Regierungen der Industrieländer in ähnlicher Weise umdenken, so sollte dies bewirken, dass den Armen dieser Welt nicht nur $1 pro Tag zum Überleben gespendet wird, sondern dass man ihnen die Möglichkeit gibt durch Ausbildung und wirtschaftliche Gleichberechtigung sich von selbst ein zufriedenes Leben schaffen zu können - und dies, wenn möglich, mit mehr als $2 pro Tag. (Beitrag von Sebastian Leprich, 4. April 2006)

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