Sudan: Keine Übereinkunft über UN Truppen in Darfur

Bei Gesprächem am Dienstag zwischen einer Delegation des Sicherheitsrates und dem sudanesischen Präsidenten Umar al-Bashir ging es zwar um die Rolle der Vereinten Nationen beim Darfur Konflikt, es konnte aber kein Konsens über den Einsatz einer UN Friedenstruppe getroffen werden.

"Wir hatten ein volles Programm und eine sehr gute und lange Sitzung mit sowohl Präsident Bashir als auch mit dem Außenminister [Lam Akol]", berichtete Emyr Jones Parry (Großbritannien) am Dienstag Abend in Khartum. Es war das erste Mal, dass der Rat in die Hauptstadt zu einem Gespräch mit sudanesischen Autoritäten gekommen war. Obwohl die Gespräche selbst konstruktiv waren, konnte keine Entscheidung über einen Einsatz von UN Truppen in der instabilen westlichen Region Darfur getroffen werden. Der Sprecher des sudanesischen Außenministeriums, Jamal Ibrahim, sagte dass seine Regierung den Fall nach einer gemeinsamen militärischen Beratung mit der UN und der Afrikanischen Union (AU) noch diese Woche neu begutachten wird. Während den Diskussionen bekräftigte die Delegation die Wichtigkeit einer vollständigen und raschen Durchführung des Darfur Friedensabkommens (Darfur Peace Agreement - DPA), das seitens der sudanesischen Regierung und der größten Rebellenfraktion am 5. Mai unterzeichnet wurde. Vertreter von allen 15 Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates sind vor Ort. Sie werden die AU-Hauptquartiere in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, Darfur und Chad besuchen, wo hunderttausende sudanesische Flüchtlinge in Camps leben. "Ich denke wir haben erklärt, warum die letzte [Sicherheitsrats-] Resolution unter Abschnitt Sieben [der UN Charta, welche die Anwendung von Gewalt autorisiert] adaptiert wurde und wir haben nochmals bestärkt, dass wir in freundschaftlichen Absichten kommen und die volle Souveränität - die territoriale Integrität - des Sudan respektieren.", fügte Parry hinzu. Währenddessen ist damit zu rechnen, dass internationale Spender im nächsten Monat in Brüssel zusammenkommen werden, um zusätzliche Gelder für die Erweiterung der AU-Friedensmission in Darfur bis September auf zu treiben. Auf der Konferenz, veranstaltet von der Europäischen Union, würden die Beteiligten auch einen Plan für den Wiederaufbau von Darfur und die Rückkehr von mehr als 2 Millionen Flüchtlingen erstellen. Bericht übersetzt von Peter Somkuti (08.06.06) Quelle: IRINnews.org ( http://www.irinnews.org/report.asp?ReportID=53766&SelectRegion=East_Africa&SelectCountry=SUDAN )

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