Hält die Festung Europa - und wenn ja, um welchen Preis?

Neuer Ansturm auf die spanische Exklave Melilla

Melilla - erstmals seit rund neun Monaten haben Dutzende Afrikaner versucht, von Marokko aus den Grenzzaun an der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla zu überwinden. Bei dem Ansturm in der Nacht zum Montag (3.7.) kam nach unbestätigten Berichten des Rundfunks ein Flüchtling ums Leben, ein weiterer soll bei einem Sturz schwer verletzt worden sein. Die Stadtverwaltung von Melilla wollte sich zum Vorfall zunächst nicht äußern. Im vergangenen Herbst hatten tausende Flüchtlinge versucht, in die spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla einzudringen. (Quelle: dpa)

Im Herbst 2005 sorgten die beiden spanischen Exklaven erstmals für Schlagzeilen in der internationalen Presse. Tausende AfrikanerInnen versuchten die Grenzzäune zu überwinden, etliche bezahlten den Versuch mit ihrem Leben. Menschen, die in Europa einen Hoffnungsschimmer für die Zukunft gesehen hatten, wurden damals von den spanischen Behörden von Ceuta und Melilla weg zurück in die Wüste transportiert und dort einfach ausgesetzt, ohne Wasser und Verpflegung. Die europäischen Staaten müssen sich angesichts solcher Praktiken wohl die Frage gefallen lassen, wo die humane Tradition geblieben ist und wie wir es mit den Menschenrechten halten, die wir anderswo lauthals einfordern. Zum Weiterlesen: "Gestürmte Festung Europa" von Corinna Milborn. http://www.festungeuropa.net Beitrag von Helmut Adam, 4.7.2006 Bild: http://www.pixelquelle.de

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