Burma - Spezial. Reihe. Teil 1: Pressekonferenz der Exilregierung Burmas und Geburtstag von Daw Aung San Suu Kyi

Süd News bringt für Sie exklusiv die Übersetzung der Worte des Exil-Premierministers Dr.Sein Win sowie des Menschenrechtssprechers von Burma, Dr.Thaung Thun, auf der Pressekonferenz in Wien. Geburtstag der Friedensnobelpreisträgerin Daw Aung San Suu Kyi in Wien.

Pressekonferenz
Wie angekündigt fand am 21. März 2006 die Pressekonferenz der burmesischen Exilregierung in Wien statt. Angereist waren Exil-Premierminister Dr.Sein Win und Menschenrechtssprecher sowie Sekretär des Außenministers Dr.Thaung Thun. Organisiert wurde dieser Besuch im Auftrag der Exilregierung von Burmaexpertin Fr.
Gabriela Schaumberger für Helfen ohne Grenzen.



Dr.Sein Win und Dr.Thaung Thun auf
der Pressekonferenz Wien. Foto: Claudia Schreiner.




Süd News hatte die Ehre
Bei der Pressekonferenz erschienen einige wenige Vertreter der österreichischen Medien. "Burma, wen interessiert das" - klang es mehr als einmal aus den Redaktionen. Traurig auch das mangelnde Interesse der österreichischen NGO-Landschaft an dieser vergessenen humanitären Katastrophe.

Mit den Worten der Exil-Regierung Burmas (Übersetzung*)
Laut Exil-Premierminister Dr. Sein Win ist Burma das einzige Land, welches trotz seiner enormen Ressourcen wirtschaftlich rückgängig ist. Dies gilt auch für Bildung, Sozialwesen, Gesundheit und Politik. Wie alle Staaten in der Region Asien sollte es eigentlich eine besonders schnelle Entwicklung vorzeigen. Dr. Sein Win führt dies auf das alleinige Machtinteresse des herrschenden Militärs zurück. (mehr…)

Gespräche
Anlass für den Besuch war die EU-Ratspräsidentschaft Österreichs. Obgleich des Reisens sichtlich müde und sich nach ihrer Heimat sehnend, scheuen die beiden Herren keine Gelegenheit mit internationalen Regierungsvertretern und engagierten Menschen ins Gespräch zu kommen.

Am Programm standen Gespräche mit Albrecht Konecny (Internationaler Sekretär der SPÖ), Gesandter Dr. Nikolaus Scherk (Leiter der Abteilung Asien und Ozeanien, Aussenministerium), Gesandter Mag. Bert Theuermann (Direktor der Menschenrechtsabteilung, Aussenministerium), Grünen Klub im Parlament: Univ.Prof.Dr. Van der Bellen (Klubobmann, Abg. z. NR), Maga. Ulrike Lunacek (Aussen- und Entwicklungspolitiksprecherin, Abg. z. NR), Mag. Martina Neuwirth (Aussenpolitische Referentin) sowie mit den Mitgliedern des Aussenpolitischen Ausschusses des Nationalrates: Dr. h.c. Peter Schieder (Obmann, SPÖ,Europ.Parlaments) und Dr. Michael Spindelegger (Außenpolitischer Sprecher der ÖVP, Abg.z.NR).

Unabhängig von Klubfarben zeigten die österreichischen Gesprächspartner durchwegs Interesse und Betroffenheit ob der tatsächlichen Situation in Burma. Die Unterstützung für Burmas Bevölkerung wurde zugesagt. Ein erfreuliches Ergebnis und Zeichen von Menschlichkeit sowie Respekt gegenüber der demokratischen Exilregierung Burmas.



Öl für China. Pipeline durch Burmas indigene Territorien als Alternative zum Kra Canal durch Thailand.



Der Geburtstag von Aung San Suu Kyi in Österreich
Am 19. Juni 2006 hielt Burma-Expertin Julia Mayrhofer am Innsbrucker Renner-Institut den Vortrag "Aung San Suu Kyi. Über Burma, Generäle und die Friedensnobelpreisträgerin". Radio Ö1 brachte eine Sendung mit Margot Pires vom Austrian Burma Center zu "Militärjunta versus Opposition und Minderheiten".
Am Abend lud Margot Pires zu einer Geburtstagsfeier im Afro-Asiatischen Institut Wien. Es war dies der 61. Geburtstag von Aung San Suu Kyi, der Friedensnobelpreisträgerin und Gründerin der National Liga for Democracy in Burma. Eine liebevoll arrangierte Feier, die leider nur einen kleinen Kreis an "Gratulanten" aus dem Haus lockte.

Ein erfreuliches Bild bot die Anwesenheit zweier Herren aus den höheren politischen Ebenen Indiens. Dieses Land könnte tatsächlich einen großen Teil zur Entmachtung der Militärregierung Burmas beitragen. Die Wirtschaftskooperation zwischen Indien und der Junta bedeutet wie alle derartigen Joint-Ventures volle Kassen für die Militärherrschaft und Vergrößerung des Leids für die Bevölkerung. Umso interessanter das Gespräch mit Davis Edattukaran (UNIDO) und Chakkapan Thottakara (IAEA) aus Indien. Demnach spricht sich ihre Regierung offiziell gegen den über Aung San Suu Kyi verhängten Hausarrest aus.

Demokratisch gewählt und von der herrschenden Militärjunta Burmas nicht akzeptiert. Die Parteiführerin kommt unter Hausarrest. Ihre Botschaft ist Frieden und Demokratie für ihr heißgeliebtes Volk sowie der Dialog mit dem Militär. Am 27. Mai 2006 jährte sich der Wahlsieg von1990 zum 16. Mal. Diesen Tag wählte die Miltärregierung (SPDC) um den Hausarrest um ein weiteres Jahr zu verlängern. Von Dialog keine Spur.


Quellen:
MAP: chinapage.org
FOTO: Claudia Schreiner (http://www.claudia-schreiner.at)
Radio Ö1
Nobelprize.Org
Burma Library
Burmanet
Asienhaus
International Federation of Chemical, Energy, Mine and General Workers' Unions

weiterführende links:

Burmanet: Burmese political situation to be taught in Indian schools - Mungpi
The Nation: Drum beats louder for UN action on Burma
ASEAN Inter Parliamentary Caucus: Statement of the AIPMC international conference on Burma and democracies in transition
A Struggle for Self-Determination in Burma: Ethnic Nationalities Perspective
Union of Burma, Ethnic Nationalities Council: The United Nations and the National Convention in Burma
Human Rights Yearbook Burma
Turin Declaration. Members of the Parliament Union - Burma. ILO International Turin Trainings Center, July 10 - 15, 2006
Myanmar or Burma?

Bericht und Übersetzung: Sonja Peschek


Die nächsten zwei Teile ,

Teil 2: Asiens Tränen. Burma im Würgegriff von Macht und Kampf um Ressourcen.

Teil 3: Lichtblicke. Aktionen und Reaktionen.


erscheinen demnächst am gewohnten Platz auf der Südnews - Hauptseite.

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