Arbeiten, um arm zu bleiben

Peru: In der Hauptstadt Lima fand vom 29. September bis zum 1. Oktober 2006 der dritte nationale Kongress der CONACAMI statt. Die Organisation kümmert sich um Gemeinschaften, welche vom Bergbau betroffen sind.

Am zweiten Tag des Kongresses der CONACAMI (Confederacion Nacional de Comunidades del Peru Afectadas por la Minera) fand ein Vortrag mit dem Titel "Gemeinschaften, indigene Dörfer und Staat" statt. Zum Beginn wurde dabei auf die Wirksamkeit des Ayllu und auf das Überleben dieser Konstruktion aufmerksam gemacht. Ein Ayllu stellt ein Netzwerk von Familien in einer bestimmten Region dar - eine Art von Gemeinschaft, welche in der andinen Welt vor der Inkazeit entstand und tatsächlich bis heute überlebt hat.

Im zweiten Teil des Vortrages ging es um den Bergbau und dessen Einfluss auf die Gemeinschaften. Regionen wie Ancash und Cajamarca bringen dabei mehr als 45 Prozent der nationalen Minenproduktion hervor. Doch die Armut bleibt: Alleine in Ancash werden 55,5 Prozent der Bevölkerung als arm und 24,1 Prozent als besonders arm bezeichnet. In Cajamarca ist die Zahl noch höher: 76,8 Prozent der Menschen in dieser Region sind arm; 51,5 Prozent leben unter extremer Armut. Das sind Zahlen, die erschüttern; vor allem wenn man bedenkt, dass in Gegenden wie Moquegua oder Tacna, wo die Minenproduktion einen kleineren Stellenwert hat, die Zahl der in Armut lebenden Menschen geringer ist.

Im Gegensatz dazu stieg die Minenproduktion im ersten Drittel dieses Jahres um 57,4 Prozent (im Zeitvergleich mit dem Jahr 2003).

Eine Studie ergab, dass es in Peru derzeit 42 Konflikte gibt, in welche Bergarbeiter integriert sind. Die oben erwähnten Zahlen erklären den möglichen Grund dafür.

Die Minenarbeit geht vor allem in Peru und Bolivien auf eine lange Geschichte zurück. Bereits während der Inkazeit wurde der Bergbau für wirtschaftlichen Erfolg genutzt. Während der spanischen Eroberung stellte das Minengeschäft den Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg dar. Obwohl die Minenproduktion mit der Zeit an Bedeutung verlor, sind die so genannten Mineros bis heute in den Bergen tätig. Sie verdienen wenig und sterben oft mit 30 bis 40 Jahren aufgrund der weit verbreiteten "Mineros - Krankheit", der Silikose. Im letzten Jahrhundert wurden die Bergarbeiter durch viele Bewegungen, Proteste und Revolutionen international bekannt.

Beitrag bearbeitet von Lukas Meus, 04.10.2006

Quelle:
La minería no es sinónimo de desarrollo

Bild: http://www.pixelquelle.de

weiterführende Literatur zum Thema Mineros:
Visser, Moema 1978: "Wenn man mir erlaubt zu sprechen…" - Zeugnis von Domitila, einer Frau aus den Minen Boliviens; Köln; Lamuv
Bakewell, Peter 1989: Mineros de la Montana Roja - El trabajo de los Indios en Potosi, 1545 - 1650; Espana; Alianza Editorial

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