Stellen Sie sich vor: Sie tragen Lasten von 25 Kilo, 30 Kilo, oft noch viel mehr, den ganzen Tag,tagein, tagaus, bei Wind und Wetter, in großen Höhen, in absturzgefährdetem Gelände,manchmal nur in Badeschlappen und mit einer Plastikfolie als Schutz gegen Wind und Regen.Wenn Sie dafür fünf US-Dollar pro Tag, Essen und Übernachtung bekommen, gehören Sieschon zu den Besserverdienern; dann sind Sie bei einer Trekking-Gruppe angestellt und erhaltenzusätzlich meist noch ein Trinkgeld und Sachspenden. Den Lastenträgern, die Dörfer mit Waren versorgen, geht es schlechter. Sie verdienen die Hälfte und bekommen keine Extras.
Die Ausstellung zeigt diese Menschen: Bei ihrer Schwerstarbeit, in ihrer Armut, aber auch in ihrer Würde, ihrem Arbeitsalltag, beim Spiel, beim Tanz. Und das auf drei Kontinenten: Im Himalaya, in den Anden und an den großen Bergen Ostafrikas. Es geht dabei um Bewusstseinsbildung. Viele der attraktiven Trekking-Destinationen sind heute Naturschutzgebiete: der Mount Everest Nationalpark, der Kilimanjaro Nationalpark, der Inka-Trail nach Machu Picchu in Peru. Wir haben gelernt, dass wir die großartige und fragile Ökologie im Hochgebirge schonend behandeln müssen. Und die Menschen? Wir Wanderer und die Reiseunternehmen sind in der Pflicht, für die Menschen, die für uns arbeiten, Fürsorge zu tragen, sie gut zu behandeln und gerecht zu bezahlen. Ohne sie wäre die Mehrzahl unserer Gipfelsiege vollkommen undenkbar.
Wer die Last trägt weiß, wo sie drückt Seit Menschengedenken wird der Handel im Himalaya und in den Anden auf den schmalenPfaden entweder von Tragtieren besorgt, von Lamas beziehungsweise Yaks, oder eben vonTrägern, die neben ihrer Landwirtschaft als Hochgebirgsspediteure arbeiten. Der Geschmackvon Freiheit und Abenteuer, fern der familiären Pflichten, hat seinen Reiz. Einsamkeit, Alkohol,Glücksspiel und heute auch AIDS sind manchmal die Kehrseite. Mit dem Bevölkerungsdruckund der Krise der Landwirtschaft wurde dieser Nebenerwerb für immer mehr Menschen zur Hauptverdienstquelle: Der Tourismus machts möglich! Er schafft die Nachfrage. Träger sindoft Saisonarbeiter, die von auswärts in die Einsatzgebiete kommen. Sie sind daher schwer zuorganisieren und schutzlos den Marktgesetzen ausgeliefert. Sie stammen meist aus niedrigerenRegionen, am Kilimanjaro beispielsweise aus den Städten Moshi und Arusha, leiden alsounter der Höhenkrankheit genauso wie wir Wanderer aus Europa. Aber sie sind schlechter ausgerüstetund verpflegt und sie arbeiten viel, viel härter. In Nepal beginnen die Traglasten bei 30 Kilo aufwärts
Die Hauptprobleme sind weltweit: mangelhafte Bekleidung und Schuhwerk, mangelhafte Unterkünfte, mangelhafte Ernährung, mangelhafte medizinische Versorgung, keine Versicherung. Die IPPG (http://www.ippg.net) arbeitet für die Verbesserung der Bedingungen für Berg-Träger in derTourismus-Industrie weltweit: Träger, die für einzelne Trekker arbeiten, für organisierte Gruppen,Expeditionen und solche, die Lodges beliefern. Unser Ziel ist es, dass diese Träger Zugang haben zu angemessener Kleidung, Stiefeln, Unterkunft und Essen (angemessen in Bezug auf Wetter und Höhe), medizinische Hilfe im Falle von Krankheit oder Verletzung sowie Versicherung. Dafür betreibt die IPPG Lobbying, Aufklärung und direkte Aktionen wie die Einrichtung vonKleiderbanken, den Bau von Unterkunftshäusern und eines Rettungspostens. Wir machenTourismusunternehmen, Reiseführer, Sirdars und Trekker auf die Probleme der Träger aufmerksam. IPPG unterstützt die Träger auch in ihrem Streben nach anständiger Bezahlung undvernünftiger Begrenzung der Lasten, besonders in großer Höhe. IPPG empfiehlt eine Trekking-Ethik als Leitlinie: siehe ww.ippg.net/guidelines/index.html
Eine Ausstellung in Kooperation mit der International Porter Protection Group, Eco Himal, Südwind Agentur und Wikinger.
Ausstellung: 11. Jänner - 7. Februar 2008; Weltcafé Graz, Gartengasse 28
Eröffnung der Ausstellung: 11. Jänner 08, 19:00 Uhr mit einem Vortrag von Robert Lessmann
Veranstalter: Gesellschaft für bedrohte Völker - Steiermark
In Kooperation mit: Grazer Büro für Frieden und Entwicklung, Kulturvermittlung Steiermark, Südwind Steiermark, Weltcafe, Weltweitwandern und Reisebüro El Mundo
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