Hugo Chávez macht einen Bestseller

Hugo Chávez, Präsident der Republik Venezuela, spricht vor der 61. Vollversammlung der Organisation der vereinten Nationen (UNO) und macht dabei einen Bestseller.

Kaum ein anderer Politiker in der heutigen Welt wird so stark als eine Symbolfigur gegen den amerikanischen Imperialismus angesehen wie Chávez. Mit Präsident George W. Bush als modernes "Feindbild des imperialen Faschismus" gibt es in der politischen Landschaft kaum nennenswerte Oppositionen, wäre da nicht der Präsident von Venezuela.
Bei einem Besuch in der Wiener Arena dieses Jahres konnten sich auch Österreicher ein Bild von ihm machen.

Liberaler Volksheld oder einfach nur gute PR?
Jedoch gibt es auch Kritiken. So wird seine Zusammenarbeit mit dem iranischen Präsidenten als äußerst zweifelhaft angesehen.
Auch international gehen die Meinungen auseinander. Michael Lingenthal, Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Venezuela, betitelte im Mai 2003 einen Bericht "Ein Land am Abgrund - Venezuela im Würgegriff seines Präsidenten". Der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa sagte über Chávez, dass er mit einem Strom von Öldollars antidemokratische, populistische und autoritäre Tendenzen in Lateinamerika fördere.
Auch die amerikanische Regierung macht sich die Macht der Worte zu nutzen und so vergleicht Verteidigungsminister Donald H. Rumsfeld Chávez mit Hitler.

Ein Buch wird zum Bestseller
Der Bush-Chávez Streit fand ihren Höhepunkt vor der 61. Vollversammlung der Organisation der vereinten Nationen (UNO).
In seiner Rede verglich Chávez Präsident Bush als Teufel und das nicht nur einmal. Die ganze Rede zum Nachlesen findet man unter folgendem Link:
http://sandimgetriebe.attac.at/4908.html
In dieser Rede empfiehlt Chávez den Zuhörern (und besonders dem amerikanischen Volk) das Buch "Hybris - Die endgültige Sicherung der globalen Vormachtstellung der USA" von Noam Chomsky (Anm.: Hamburg (Europa Verlag) 2003, 319 S.; ISBN: 3-203-76016-9; EUR 19,90).
Hier eine kurze Inhaltsangabe
(amazon.de besucht am 8. Nov 2006):

"In Hybris nun versucht Noam Chomsky zu zeigen, wie die Hegemonialpolitik der Regierung von George W. Bush nicht nur für Amerika selbst, sondern für die Welt überhaupt zur größten Gefahr zu werden droht. Statt der Bush-Formel "Überleben durch Hegemonie" nämlich sei die eigentliche Überlebensfrage genau anders herum zu stellen: Hegemonie (der USA) oder Überleben.
Hegemony or Survival lautet folgerichtig auch der amerikanische Originaltitel dieser gewohnt kämpferischen Chomsky-Schrift, in der Autor mit nicht leicht von der Hand zu weisenden Gründen und auf der Grundlage sehr sorgfältiger Recherchen darlegt, weshalb aus seiner Sicht die amerikanische Hegemonialpolitik so überaus gefährlich ist. Paradoxerweise ist es ausgerechnet die jüngste Sicherheitsdoktrin der USA, die Welt zunehmend unsicherer macht. Die bloße Ankündigung massiver Gegenmaßnahmen für den Fall, dass eine andere Macht zur militärischen Stärke der USA aufschließt, muss geradewegs in eine neue Rüstungsspirale führen."


Innerhalb kürzester Zeit wurde das Buch Nummer Eins auf Amazon.com und weitere tausende an Extraausgaben wurden gedruckt. Damit verhalf Präsident Chávez dem Autor zu einem Bestseller. Ob es was hilft? Wir werden sehen.


Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Chávez#Ch.C3.A1vez_als_Symbolfigur
http://books.guardian.co.uk/news/articles/0,,1880226,00.html
http://www.msnbc.msn.com/id/11159503/ h
http://sandimgetriebe.attac.at/4908.html

Bild von amazon.de
http://www.amazon.de/Hybris-Noam-Chomsky/dp/3492246540/ref=ed_oe_o/028-9316395-1873352

Christoph Topitschnig

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