Kolumbiens jahrzehntelanger Konflikt

Nach einem Bombenattentat in der kolumbianischen Stadt Cali gingen am Donnerstag, den 12.04.07 tausende Menschen auf die Strasse, um einmal mehr ihren Ärger und ihre Besorgnis über den Konflikt in dem südamerikanischen Land Ausdruck zu verliehen.

Die Stadt Cali befand sich in einem Ausnahmezustand. Die Regierung spricht von 200 000 DemonstrantInnen, wobei vor Ort gewesene Fotografen von etwa 50 000 Menschen ausgehen. Unter anderem demonstrierten der Verteidigungsminister Juan Manuel Santos und Angelino Garzon, der Gouverneur von Valle de Cauca, dessen Hauptstadt Cali ist.

Konkreter Anlass war ein Bombenattentat auf die Polizeistation in Cali am Montag, bei welchem das 5- stöckige Gebäude vollkommen ausbrannte. Dabei starb ein Taxifahrer, 34 Zivilisten wurden verletzt. Die Regierung beschuldigt Kolumbiens größte Guerilla- Gruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia), welche als ein Hauptakteur in dem Konflikt in Kolumbien angesehen wird, für diesen Anschlag.

Jener Konflikt geht auf eine lange Geschichte zurück. Bereits seit Jahrzehnten bekämpfen sich Guerilla- Gruppen, Paramilitär und die nationale Armee. Dabei ging es von Anfang an bis heute um Drogenhandel und illegale Ernten. 2002 fanden zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC Friedensverhandlungen statt, welche jedoch im gleichen Jahr ohne Ergebnisse endeten.

Die Leidtragenden sind vor allem Zivilisten und indigene Gruppen, da der Konflikt hauptsächlich auf indigenem Territorium ausgetragen wird. Somit werden Indigene, obwohl sie mit diesen Krieg nichts zu tun haben, dafür ausgenutzt. Seit Jahrzehnten finden Ermordungen und Entführungen statt. Die bewaffneten Gruppen setzen Landminen ein und führen Zwangsrekrutierungen unter den indigenen Menschen durch.

Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe will nun in den nächsten Tagen seinen Sitz nach Cali versetzen, um die Sicherheit und die sozialen Programme zu überwachen.

Um den Konflikt endlich zu beenden, werden die von Alvaro Uribe initiierten Maßnahmen jedoch nicht ausreichen.

Beitrag bearbeitet von Lukas Meus, 13.04.07


Quellen und weiterführende Literatur:

  • http://www.fortwayne.com/mld/newssentinel/news/local/17069341.htm
  • Stavenhagen, Rodolfo E/CN.4/2005/88/Add.2 10.11.2004: Report of the Special Rapporteur on the situation of human rights and fundamental freedoms of indigenous people – Mission to Colombia; United Nations
    http://daccessdds.un.org/doc/UNDOC/GEN/G04/165/15/PDF/G0416515.pdf?OpenElement
  • IWGIA 2001 – 2005: The Indigenous World 200 – 2001; 2002 – 2003; 2004; 2005; Eks - Skolens Trykkeri: Copenhagen

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