Die soziale Bewegung in Guatemala

20 Jahre nach dem Ende der Militärdiktaturen wird die Demokratie in Guatemala aufs Neue kritisch hinterfragt. Der Grund dafür liegt in der Intoleranz der Regierung des Landes gegenüber Demonstrationen und Protestaktionen.

Am 25.04.2007 gingen Guatemalas Lehrer auf die Strasse, da der Bildungssektor im Land nicht ausreichend finanziert wird. Der Durchschnitt der Ausgaben für diesen Bereich liegt bei 4,4 Prozent des BIP (Bruttoinlandsprodukt) in Lateinamerika. Im Vergleich dazu sind dies in Guatemala jedoch nur 2,4 Prozent, weshalb ein Dutzend Menschen in der Öffentlichkeit gegen diese niedrigen Ausgaben für die Bildung protestierten. Präsident Oscar Berger jedoch bezeichnete diese Demonstration der Lehrer als Behinderung des Fortschrittes im Land. Das Hauptproblem liegt dabei in der Kriminalisierung dieser Bewegungen. Denn Berger bezeichnete diese Lehrer als Straftäter, welche die Situation missbrauchen, um nicht arbeiten zu müssen. Und es ist nicht das erste Mal, dass die guatemaltekische Regierung auf diese Weise reagiert. Das Institut Centro de Estudios de Guatemala errechnete, dass in den drei Jahren von Bergers Regierungszeit bereits 629 Attacken gegen VerteidigerInnen von Menschenrechten stattfanden. Im Vergleich dazu kam es in der vierjährigen Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Alfonso Portillo zu 482 derartigen Aktionen. Portillo gilt als einer der repressivsten Präsidenten, welches das Land zuletzt erleben musste. Es bleibt die Frage, in welche Richtung die Regierung des Landes Guatemala lenken wird. Diese soziale Bewegung ist ein Ausdruck der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der nationalen Politik. Und daher sieht die politische Elite diese Bewegung als neue Gefahr an und versucht sie in die “Illegalität“ zu verdrängen. Text bearbeitet von Lukas Meus, 29.05.07 Quellen: http://alainet.org/active/17211

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