Indien wählt erstmals in seiner Geschichte eine Präsidentin

In einem Erdrutschsieg konnte die Juristin und Politikerin Pratibha Patil die indischen Präsidentschaftswahlen für sich entscheiden. Patil schlug ihren Herausforderer Bhairon Singh Skeawhat, den derzeitigen Vizepräsidenten, mit doppelt so vielen Stimmen - dies trotz der öffentlichen Kontroversen um die angeblichen kriminellen Verwicklungen ihres Bruders in finanzielle Ungereimtheiten.

FrauenrechtlerInnen erwarten, dass die Wahl Patils zur Präsidentin – ein Amt das überwiegend zeremonielle Aufgaben umfasst - positive Auswirkungen auf die soziale, politische und ökonomische Förderung von Frauen und Mädchen in Indien haben wird- ein Land in dem die massive Diskriminierung von Frauen an der Tagesordnung steht.
Auf dem Subkontinent ist es beispielsweise Tradition, dass Familien eine hohe Mitgift zahlen, wenn ihre Töchter heiraten, überdies wird die schulische Bildung von Mädchen meist nicht gefördert. Man schätzt, dass etwa 40% aller indischen Frauen Analphabetinnen sind.
Patil bezeichnet sich selbst als Anwältin für die Frauen. Ihre Wahlkampagne wurde von Indiens Frauen enorm unterstützt, die Kernaussage im Wahlkampf war, dass Frauen das Rückgrat der Haushalte seien und zum Großteil an Indiens Fortschritt und Entwicklung beigetragen hätten.
Patil wurde von der derzeitigen Regierungspartei, der Congress Party, unterstützt, insbesondere von einer sehr wichtigen politischen Person - Sonia Gandhi aus der Gandhi Dynastie. Das Vermächtnis der Gandhi Familie spielt in der indischen Politik nach wie vor eine große Rolle.

Beitrag bearbeitet von Veronika Weissenböck, 31.07.07

Quelle:
http://www.feminist.org/news/newsbyte/uswirestory.asp?id=10438


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