Maßgebliche Fortschritte in der Malariabekämpfung bei Kindern

Im subsaharischen Afrika sterben jedes Jahr mindestens 800.000 Kinder unter fünf Jahren an Malaria. Laut einem aktuellen Bericht der UNICEF konnten seit 2000 massive Verbesserungen in einigen Bereichen der Krankheitsbekämpfung erzielt werden. Erstmals verfügen viele betroffene Länder über finanzielle Mittel, um die Auswirkungen der Seuche gezielt abschwächen zu können.

Das Zurückdrängen der Malaria in den endemisch betroffenen Gebieten hat nicht nur für die Gesundheit des Einzelnen große Bedeutung, sondern aufgrund des Ausmaßes der Seuche auch für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung dieser Regionen. Wie Studien zeigen, erkranken in einem Land überproportional häufig die ärmsten Bevölkerungsschichten an Malaria; die Folge ist eine weitere Verarmung.
Die UNICEF hat Mitte Oktober 2007 im Namen der Roll Back Malaria Partnership (RBM) den Bericht „Malaria and Children“ herausgegeben, der die rezenten Fortschritte in der Bekämpfung der Krankheit dokumentiert. Die RBM wurde 1998 von WHO, UNICEF, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen und der Weltbank gegründet, um eine von der Weltöffentlichkeit vergessene Seuche systematisch und in globalem Maßstab einzudämmen. Dieses Ziel ist mittlerweile auch Bestandteil der Millennium Development Goals, und die entsprechende internationale finanzielle Unterstützung hat seit der RBM-Gründung gewaltig zugenommen.

Im Rahmen der Bekämpfung einer Seuche entfaltet die Prophylaxe die größte Wirksamkeit, im konkreten Fall die Prävention von Insektenstichen, über die der Krankheitserreger übertragen wird. Die Produktion von mit Insektiziden imprägnierten Moskitonetzen wurde in den Jahren 2004-2006 mehr als verdoppelt; im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl der von der UNICEF verteilten Netze um mehr als das Zwanzigfache angestiegen. Auch private und öffentliche Spenderorganisationen haben ihre Aktivitäten in dieser Hinsicht in den letzten Jahren massiv gesteigert. Darüber hinaus konnte der Transport der Netze in jene Dörfer, die sie am dringendsten benötigen, verbessert werden. Die Verteilung von Netzen sowie andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Malaria wurden erfolgreich in existente Gesundheitsprogramme für Mütter, Ungeborene und Kinder sowie Impfprogramme integriert.

16 von 20 subsaharischen Ländern, für die einschlägige Daten verfügbar sind, konnten seit dem Jahr 2000 die Versorgung von Kindern mit Moskitonetzen mindestens um den Faktor 3 steigern. In Gambia sind derzeit ungefähr die Hälfte aller Kinder versorgt, in Guinea-Bissau und Togo etwa 40%. Das Ziel der RBM ist es, bis zum Jahr 2010 80% der Bevölkerung mit allen geplanten Anti-Malaria-Interventionen zu erreichen.
Die bisher erzielten Erfolge werden als sehr ermutigend gewertet, allerdings sind noch weitaus größere Anstrengungen erforderlich. So werden beispielsweise derzeit lediglich 34% aller Kinder im ganzen subsaharischen Raum im Krankheitsfall medikamentös behandelt, und nur wenige Länder konnten diesbezüglich seit 2000 Verbesserungen vermelden.

Viele der Kinder erhalten Medikamente mit geringer Effektivität, in dieser Hinsicht zeichnet sich jedoch ein positiver Trend ab. In fast allen subsaharischen Ländern werden mittlerweile verstärkt Arzneien eingesetzt, die auf dem Pflanzenwirkstoff Artemisinin basieren und somit auch gegen resistente Erreger wirksam sind. Seit 2005 konnte der Ankauf dieser Medikamente durch die Länder dank groß angelegter finanzieller Unterstützungsinitiativen erheblich gesteigert werden. In den nächsten Jahren werden daher voraussichtlich viel mehr Kinder eine effektive Behandlung erhalten.
Auch stehen innerhalb der einzelnen Länder zum gegenwärtigen Zeitpunkt wesentlich mehr finanzielle Mittel für nationale Malariaprogramme zur Verfügung. Die internationale Unterstützung solcher Programme ist in den letzten zehn Jahren um mehr als das Zehnfache angestiegen. Erstmals wurde dadurch ein starker Eckpfeiler geschaffen, auf dessen Grundlage die Länder selbst rasche Fortschritte in der Malariabekämpfung erzielen können.

Beitrag bearbeitet von Dr. Judith Moser, 30.10.2007

Quelle und Link: http://www.rollbackmalaria.org/

Bild: http://www.rollbackmalaria.org/

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