Ecuadors Aufbruchsstimmung und ihre GegnerInnen

Während viele Menschen große Hoffnungen in Ecuadors Präsidenten setzen, versucht sich die konservative Opposition wieder zu reorganisieren und wird dabei immer stärker.

Als Rafael Correa im Jahr 2006 zum neuen Präsidenten von Ecuador gewählt wurde, sah der linke Flügel des Landes endlich die Zeit für Veränderungen gekommen. Der ehemalige Wirtschaftsprofessor versprach während seines Wahlkampfes viel. Und obwohl es bisher langsam voran ging, sollen nun die versprochenen Veränderungen folgen. Die wahrscheinlich Wichtigste dabei ist die neue Verfassung, welche nun endlich im August vom Parlament abgezeichnet werden soll. Doch die Opposition versucht alles Mögliche, um dieser Verfassung entgegen zu wirken. Denn wenn Correa Erfolg hat, wird die konservative Elite des Landes, aus welcher die Opposition besteht, ihre Autonomie verlieren.

Um dies zu verstehen muss ein Blick in die Vergangenheit geworfen werden.
Seit der Unabhängigkeit rivalisieren in Ecuador zwei Elitegruppen miteinander. Die Elite an der Küste konnte dabei immer durch die Export – orientierter Landwirtschaft Gewinne erzielen. In den Bergen wurde der Reichtum der Elite durch die Ausbeutung billiger Arbeiter erreicht. Hier spielt vor allem die Stadt Guayaquil, Ecuadors größte Stadt, eine bedeutsame Rolle. Dort entstand die Elite aus europäischen EinwanderInnen. Schon immer besaß sie starken politischen Einfluss. Hauptsächlich gestützt durch diese Elite will die Opposition eine so genannte “regionale Autonomie“ erreichen. Bereits heute gibt es z.B. in Guayaquil eine private Polizei.

Ecuador stellt dabei jedoch keine Ausnahme dar: Im heutigen Lateinamerika, wo soziale Bewegungen im Vormarsch sind und immer öfters Mitte – Links bzw. linke PräsidentInnen an die Macht gewählt werden, versuchen nun die Eliten des Kontinentes durch derartige “Autonomie – Bewegungen“ die Privatisierung beizubehalten und nationale Reichtümer und Ressourcen zu schützen.

Somit reorganisiert sich zurzeit der rechte Flügel Ecuadors. Erst im Jänner fand von der sozial – christlichen Partei (PSC) in Guayaquil eine Demonstration mit 130 000 Beteiligten statt.

Doch trotz des Druckes, welche die Elite ausübt, wird es für die Opposition schwierig. Kaum zuvor gab es einen Präsidenten mit einem derartigen Beliebtheitswert. In Guayaquil feierten eine Woche vor der rechten Demonstration über 100 000 Menschen Correas erstes Jahr im Präsidentenamt. Und dies ist für Ecuador nichts Gewöhnliches: Das Land hatte seit 1996 bereits neuen Präsidenten. Keiner dieser überstand jemals eine ganze Amtsperiode.

Viele EcuadorianerInnen sind nach jahrelanger Korruption und Betrügerei bereit für eine Veränderung. Und somit kann man nur hoffen, dass die geplanten Veränderungen durch Correa erreicht werden können.

Text bearbeitet von Lukas Meus, 24.2.08

Quellen: http://alainet.org/active/22123
Bild: © Frank Hüfner / www.pixelio.de

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