Kuba: Fidel geht, Castro bleibt!

Fidel Castro trat mit 24. Februar 2008 von seinem Amt als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der kubanischen Revolution zurück. Aufgrund seiner gesundheitlichen Lage entschied sich der 81-jährige zu diesem wichtigen Schritt, die Regierungsaktivitäten ohne sein Einwirken von seinem Bruder, Raul Castro fortführen zu lassen. Aus der öffentlichen Debatte will er sich aber noch nicht ganz zurückziehen und weiterhin als Ansprechperson fungieren.

Der 77-jährige Raul Castro wird somit neuer Staatschef. Dies ist schon das zweite Mal in der Geschichte Kubas, dass Fidel sein Amt zurücklegt. Das erste Mal geschah das im Juli 1959, sieben Monate nach dem Revolutionssieg. Nach einer Meinungsverschiedenheit mit Premierminister Manuel Urrutia, der die revolutionären Gesetze wie auch die Agrarreform als zu radikal angesehen hatte, legte der kubanische Anführer um einem Staatsstreich zu entgehen, sein Amt schon einmal nieder.

Frei Betto, Kubaexperte und Autor des Buches „Fidel and Religion: Fidel Castro in conversation with Frei Betto“ erzählt, dass Raul Castro immer glaubte, dass Fidels Rücktritt das Ende des Sozialismus bedeutete. Bettos Meinung nach gibt es aber keine einzige Andeutung, dass wichtige Sektoren der kubanischen Gesellschaft die Rückkehr zum Kapitalismus anstreben. Kuba wird somit kein grundlegender Wandel bevorstehen. Raul Castro entfesselte aber schon jetzt einen Prozess der internationalen Kritik. Der frühere kubanische Staats- und Regierungschef Fidel Castro verteidigt die Wahl seines Bruders zum neuen Staatsoberhaupt vor internationalen Medien. Auch die Kubaner sind sich ihrer schwierigen Lage in vierfacher Insel-Isolation durchaus bewusst: Nicht nur geografisch, sondern auch als einzige sozialistische Nation im Westen, ohne Unterstützung der Sowjetunion, werden sie seit über 40 Jahren von der US-amerikanischen Regierung blockiert.

Beitrag bearbeitet von Sandra Hoffellner, 04.03.08

Quelle:
ALAI, América Latina en Movimiento

Share this:

Hinzufügen Del.icio.us Hinzufügen Facebook