„Klimawandel: Reiche müssen handeln!“

New York. Dass es keine Lösung ist, die Augen vor dem Klimawandel zu verschließen, erklärte nun auch die Präsidentin der UNO-Vollversammlung, Haya Rashed Al Khalifa. Bei der ersten Vollversammlung, die ganz dem Klimawandel gewidmet war, rüttelte sie vor allem die reichen Länder wach. Die informelle Debatte fand von 31. Juli bis 2. August 2007 in New York statt.

Die Vollversammlung dauerte einen Tag länger als vorgesehen: VertreterInnen vieler Staaten brachten ihre Besorgnis über die Auswirkungen der Erderwärmung zum Ausdruck und forderten Gegenmaßnahmen.

„Industrialisierte Länder müssen sich mehr ambitionierte Ziele setzen, um benachteiligte Länder zu unterstützen“, appellierte die UN-Vollversammlungspräsidentin aus Bahrain vor allem an die reichen Nationen. Denn materiell benachteiligte Länder sehen sich als Folge des Klimawandels mit einem Rattenschwanz an wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen konfrontiert. Auch der private Sektor und die Zivilgesellschaft sollten laut Khalifa dafür die Verantwortung übernehmen und handeln.

Die Präsidentin der Vollversammlung betonte, dass „maßgebliche Aktionen vonnöten“ seien, „um unsere Zukunft zu sichern“. Und die Maßnahmen gegen die globale Erwärmung müssten „jetzt getroffen werden, um bevorstehende Risiken, aber auch Kosten zu senken“.

Reiche tragen Verantwortung, Arme übernehmen sie
“Die Wissenschaft erklärt uns, dass industrialisierte Länder die meiste Verantwortung für das Problem tragen, aber die Konsequenzen des Klimawandels spüren die Ärmsten, die am wenigsten verantwortlich dafür sind“, trifft die Präsidentin der Vollversammlung den Nagel auf den Kopf. Aber das Problem sei nicht nur die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich: Wenn man mit dem „business as usual“ weitermache, wachse „auch die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen.“ Denn die Mehrheit der von Armut Betroffenen sind Frauen; außerdem sind viel mehr Frauen als Männer weltweit in der Landwirtschaft tätig. „Sie sind daher für die Auswirkungen des Klimawandels viel anfälliger“, zeigte sich Khalifa besorgt.

Die dreitägige Debatte fand im Vorfeld der für September geplanten Sonderkonferenz zum Klimawandel statt. Bis 2009 soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll erarbeitet werden, das 2012 ausläuft. Die Verhandlungen darüber sollen im Dezember beginnen.

Beitrag bearbeitet von Mag.a Elke Salomon, 09.08.2007

Quelle: http://www.un.org/News/Press/docs/2007/ga10610.doc.htm

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