Der Kraftbrei Muttermilch

New York. Wird ein Baby gleich nach seiner Geburt gestillt, kann das wahre Wunder bewirken: Denn mit dieser einfachen Methode kann frau einer beträchtlichen Anzahl frühkindlicher Sterbefälle in ärmeren Ländern vorbeugen, erklärte die UNICEF am 1. August 2007 anlässlich des Beginns der Welt-Stillwoche.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen verweist auf eine Studie aus Ghana: Diese kommt zu dem Schluss, dass 16 Prozent neonataler – also frühkindlicher – Sterbefälle vermieden werden können, indem eine Frau ihr frisch Geborenes mit Muttermilch versorgt. Entscheidend ist, dass die Mutter gleich am ersten Tag mit dem Stillen beginnt. Erhält das Baby innerhalb seiner ersten Erdenstunde die erste Portion aus der Mutterbrust, erhöhen sich seine Lebenschancen sogar um 22 Prozent. Der frühe Beginn mit dem Stillen ist daher das Thema der diesjährigen Welt-Stillwoche.

Kinder in Schwarzafrika leben besonders gefährlich
„Beginnt frau früh zu stillen, gibt sie wichtige Nährstoffe weiter, schützt Kinder gegen tödliche Krankheiten und fördert deren Wachstum und Entwicklung“, betont UNICEF-Direktorin Ann M. Veneman den unersetzlichen Wert des Stillens. In den ersten Lebensmonaten ist der Mensch besonders fragil: „Von den Kindern, die sterben, sterben mehr als ein Drittel innerhalb der ersten drei Monate“, erklärt die UNICEF-Geschäftsführerin. Besonders von Bedeutung ist das Thema in Afrika südlich der Sahara, wo die Kindersterblichkeit weltweit am höchsten ist: Rund zehn Prozent der Babys sterben, bevor sie ihren ersten Geburtstag erreichen. Die meisten von ihnen sterben zu Hause.

Obwohl die Anzahl der Frauen, die ihre Kinder sechs Monate lang ausschließlich stillen, sich in diesen Regionen seit 1990 mehr als verdoppelt hat - auf rund 30 Prozent -, sind Kinder in diesen Regionen doch besonders anfällig für schwere Erkrankungen.

Muttermilch ist die beste Säuglingsnahrung
Die UNICEF schätzt, dass ausschließliches Stillen bis zum Alter von sechs Monaten jedes Jahr 1.3 Millionen Kinder unter fünf Jahren retten könnte. Allerdings ist es oft schwierig, an die Frauen heranzukommen: „Es ist kritisch, Frauen zu Hause und in ihren Gemeinden zu erreichen“, erklärte Veneman.

Um auf die Vorteile des Stillens aufmerksam zu machen, veröffentlichte das UNICEF-Forschungscenter eine mehrsprachige Reihe von Publikationen, Postern und anderen Materialien.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen bemüht sich besonders um die Zusammenarbeit mit Gemeinden, aber auch mit Regierungen. Damit will die Organisation die nationale Gesetzgebung in puncto Kinderernährungsprogramme unterstützen, die vor- und nachgeburtliche Pflege verbessern und die finanziellen Mittel für Mütter auf Gemeindeebene ankurbeln.

Die Weltstill-Woche wurde erstmals 1992 gefeiert; inzwischen beobachtet die Organisation bereits über 120 Länder. Partner der UNICEF sind unter anderem der Weltstillverband und die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Beitrag bearbeitet von Mag.a Elke Salomon, 9.08.2007

Quelle: http://www.unicef.org/media/media_40468.html
UNICEF-Paket rund ums Thema Stillen: http://www.unicef-irc.org/
Die Quelle der Ghana-Studie:
Pediatrics, “Delayed Breastfeeding Initiation Increases Risk of Neonatal Mortality’, 2006; 177;380-386
Karen M. Edmond, MMSc, FRCPCH, Charles Zandoh, MSc, Maria A. Quigley, Seeba Amenga-Etego, MSc, Seth Owusu-Agyei, PhD and Betty R. Kirkwood, MSc, FMedSci

Hier können Sie auf die Ghana-Studie können einen genaueren Blick werfen: http://www.pediatrics.org/

Share this:

Hinzufügen Del.icio.us Hinzufügen Facebook