Ausbreitung von Wüsten: Umweltkrise mit hoher Dringlichkeit

Eine neue Analyse der Universität der Vereinten Nationen identifiziert die durch den Klimawandel getriggerte Ausbreitung der Wüsten als größte gegenwärtige Herausforderung auf dem Umweltsektor. Massenmigrationen sind zu erwarten, wenn nicht rechtzeitig Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Ein Drittel der globalen Bevölkerung ist potenziell von Desertifikation betroffen, die durch den Treibhauseffekt noch weiter angeheizt wird. UN-ExpertInnen weisen darauf hin, dass sich aus dem Verlust von Anbauflächen unmittelbare Bedrohungen für die internationale Stabilität ergeben. In den nächsten zehn Jahren muss damit gerechnet werden, dass 50 Millionen Menschen aufgrund dessen ihre Heimat verlassen müssen – dies entspricht der Bevölkerung von Südkorea oder Südafrika.
Die Durchsetzung nachhaltiger landwirtschaftlicher Anbaumethoden ist zwingend notwendig, um den Prozess hintan zu halten; Überweidung, Ausbeutung des Bodens und schädliche Bewässerungspraktiken müssen gestoppt werden. Gleichzeitig wäre eine Eindämmung der Desertifikation ein wirkungsvoller Beitrag zur Abschwächung des Treibhauseffekts und des Artensterbens.

Bisher fehlte es an koordinierten Strategien auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene, weshalb der UN-Report eine Reihe an Maßnahmen vorschlägt. Primär sollte von der allgemeinen Annahme, dass Trockenheit und Wassermangel unvermeidlich wären, abgegangen werden. Finanzielle Anreize für HirtInnen und andere Personen, die Steppenland nutzen, können dazu beitragen, dass sie die Ressourcen ihres Ökosystems aktiv erhalten. Alternative Formen der Erwerbstätigkeit, die nichts mit Landwirtschaft zu tun haben, etwa Tourismus, sollen gefördert werden. Übertragung von Landeigentum an einzelne Gemeinden sowie verstärkte Information der lokalen Bevölkerung und der PolitikerInnen schaffen Verantwortung und Verständnis für die Mechanismen der Versteppung und Wüstenbildung.
Der Bericht legt weiters nahe, dass Forschung und wissenschaftliche Daten als Grundlage für alle Maßnahmen dienen müssen, und fordert Regierungen dazu auf, Migration aufgrund von Umweltbedingungen besser zu untersuchen. Globale Rahmenbedingungen müssten geschaffen werden, um Umwelt-Flüchtlinge vom Gesetz her anzuerkennen und ihre Unterstützung zu gewährleisten.

Beitrag bearbeitet von Dr. Judith Moser, 05.07.07

Quelle & Links:
www.unu.edu/media/archives/2007/files/mre29-A-07.pdf
www.inweh.unu.edu/inweh/drylands/IYDD_Policy_Brief.pdf

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