Uganda: Eine Zeitung im Einsatz für bessere Ausbildung

Im März 2007 rief The Monitor Publishing Ltd. (MPL) eine Initiative ins Leben, die die Schreib- und Lesefähigkeit in der Gesellschaft verbessern soll. Die letzten Bewertungen zeigen, das die wöchentliche Beilage zu der Zeitung The Daily Monitor, Newspaper in Education (NiE) gennant, eine Anregung der Lesekultur bewirkt und sich bei den Grundschulen äußerst beliebt gemacht hat.

Mark Akankwasa, ein Internatschüler aus Mivule Grundschule, sagt: „Ich weiß jetzt, was um mich passiert. Ich kenne die heißesten Autos und bin genauso gut informiert wie die Schüler, die zu Hause bleiben.“ Seine Lehrerin: „Die Kinder haben viel gelernt. Sie kennen sich aus mit ugandischer Politik und wissen alles über Barack Obama.“ Patrick Wakabi, der Schulleiter von Kamuli Boys Grundschule, meint das Programm hat den Lehr- und Lernprozess interaktiv, praktisch und unterhaltsam gemacht. Die Beziehung zwischen LehrerInnen und Schülern soll sich gebessert haben, die Auffassungsgabe der Kinder steigt.

NiE ist ein Programm, das die neuesten Informationen in die Klassenzimmer bringen soll, die in Lehrbüchern, vor Jahren gedruckt, nicht beinhaltet sein können. Vor allem soll es aber als ein zusätzliches Lehrbuch dienen. Die LehrerInnen können daraus viele Themen und Aufgaben beziehen; die SchülerInnen können sich an Wettbewerben und Aktionen beteiligen. Solche Beilagen sind weltweit schon länger bekannt, im Raum Zentral- und Ostafrika ist MPL aber ein Bahnbrecher.

NiE ist unter dem Schutz von World Association of Newspapers entwickelt worden. Der Inhalt ist dynamisch und begleitet die SchülerInnen über längere Zeit hindurch. Durch die Beschäftigung mit aktuellen Themen wird auch das Lesen spannend. So sind durch diese Initiative schon viele Leseklubs entstanden.

Schulen, die im Projekt mitmachen, bekommen jeden Schulmontag, wenn die Beilage erscheint, die Zeitung gratis zugestellt. Die Unterstützung von zahlreichen Sponsoren, von einzelnen Personen bis zu den größten Unternehmen, wie z. B. Zain Uganda, Citibank und SNV Uganda, ermöglicht es MPL mehr als 100,000 Schüler in 330 Schulen ugandaweit zu erreichen. Eine Schule kann schon um 500,000.00 USX pro Semester (ca. 224.5 EUR) unterstützt werden. Bevor sie dem Programm beitritt, bildet MPL die LehrerInnen auch kostenlos aus.

Namirembe Bitamazire, der Minister für Bildung und Sport, lobt das Programm als eine Unterstützung und Entlastung des Staatsbildungssektors. In 1996 führte Uganda die sogenannte Universal Primary Education ein. Damit werden die Kosten für die Ausbildung von bis zu vier Kindern pro Familie vom Staat getragen. Der Einschreibungsgrad ist daraufhin von 3.1 Millionen Kindern im Jahr 1996 auf 7.2 Millionen Kinder im Jahr 2008 gestiegen. Somit ist Uganda den Millenium Development Goals beträchtlich nähergekommen, nämlich dem zweiten Ziel, allgemeine Grundschulbildung für alle Kinder bis zum Jahr 2015 zu ermöglichen.

Die Steigerung hat aber auch Schattenseiten: die Qualität der Ausbildung ist gefallen. Die Schulen sind überfüllt - manchmal drängen sich über 100 Kinder in einem Klassenzimmer. Auf jede/n LehrerIn kommen insbesondere in ländlichen Gebieten im Durchschnitt bis zu 80 SchülerInnen. Ihnen fehlt jegliche Ausrüstung, inklusive Lehrbüchern. Unter diesen Umständen leistet NiE einen wilkommenen Beitrag zur Verbesserung dieser Missstände.


Beitrag bearbeitet von Natalija Povodnik, 16.10.2008


Quellen:
http://allafrica.com/stories/200809260075.html
http://www.monitor.co.ug/artman/publish/nie/Faith_in_excellence_72291.shtml


 


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