Ruanda: One-Laptop-Per-Child Initiative gestartet

Die One-Laptop-Per-Child (OLPC) Initiative hat sich als Ziel gesetzt, für Kinder in sog. Entwicklungsländern neue Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Mit der Hilfe eines revolutionären neuen Werkzeuges, XO oder „US$100 Laptop“ genannt, sollen Kinder lernen, wie man kritisch, selbständig und vernetzt lernt. Ruanda ist der erste ostafrikanische Staat, der diese Initiative gestartet hat, und neben Libyen und Nigeria einer von drei in ganz Afrika.

Präsident Paul Kagame und der Gründer und Vorsitzender der Initiative, Professor Nicholas Negroponte, haben sich schon im Januar 2007 getroffen und beschlossen, dass Ruanda für das weltweite OLPC-Projekt als Modelland dienen soll. 80 % der ruandischen Kinder im Grundschulalter (2.5 Millionen) sollen bis zum Jahr 2012 ihr eigenes, robustes, kostengünstiges, energiesparendes XO Laptop kriegen. Die Regierung Ruandas hat sich zum Kauf von 2.5 Millionen XO-Laptops von der One-Laptop-Per-Child (OLPC) Initiative verpflichtet und wird dafür US$ 250 Millionen ausgeben. Die ersten 50.000 Laptops sollen Anfang 2009 gekauft werden.


Professor Negroponte hat sein gemeinnütziges Vorhaben im Jahr 2005 zusammen mit Kofi Annan, dem damaligen Generalsekretär der Vereinigten Nationen, auf dem World Summit on the Information Society vorgestellt. Er ist überzeugt, dass die niedrige Qualität der Ausbildung in Entwicklungsländern nur durch ein neues, bahnbrechendes Konzept deutlich gehoben werden kann. Die Erfahrungen zeigen, so argumentiert er, der Bau von neuen Schulen, die Beschäftigung von mehr Lehrern oder die Anschaffung von Büchern nicht genügt, auch wenn es finanziell machbar wäre. Sein Team hat deshalb ein neues Konzept geschaffen: Der XO-Laptop werde die Kinder für ein unbegrenztes Wissen und für ihr eigenes kreatives und problemlösendes Potenzial öffnen.


Der XO-Laptop ist freundlich und farbenfroh, so die Hersteller. Seine Auflösung ist groß genug, um in vollem Sonnenlicht lesen zu können. Sein Energiebedarf ist so niedrig, dass es manuell (mit einer Handkurbel oder mit einem Fußhebel) sowie mit Solarenergie geladen werden kann. Er dient als eine mobile Schule, eine digitale Lern- und Lehrumgebung. Besonders Kleinkinder mit Lernschwierigkeiten oder Bewegungseinschränkungen können den Laptop nutzen um lesen, schreiben, rechnen und kommunizieren zu lernen. Mit den Laptops können  lokale Netze geschaffen werden. Wenn sich ein Laptop ins Internet einloggt, können die anderen darüber auch verbunden werden. So bietet der XO-Laptop ein drahtloses Netzwerk an, das Kinder miteinander verbinden und ihr Fenster in die heutige Informationswelt sein kann.


Die OLPC-Initiative hat viel Unterstützung bekommen, es gibt aber besonders in Entwicklungsländern auch einige Skeptiker. Die meinen, die Regierungen sollen das notwendige Geld lieber in die Verbesserung der Gesundheitssysteme oder in die Ernährungssicherheit investieren. Manche kommentieren, der einzige Nutzen eines Laptops für ein hungriges Kind, das noch nie ein Buch gesehen hat, liege im Essen, gegen welches es ausgetauscht werden könne. 


 


Beitrag bearbeitet von Natalija Povodnik, 06.11.2008


 


Quellen:
www.laptop.org
http://bistandsaktuelt.typepad.com/blade/2008/10/rwanda-launches-one-laptop-per-child-initiative.html
http://wiki.laptop.org/go/OLPC:Five_principles


 


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