Afrika: Vom Bestreben, die traditionelle Musik Afrikas zu retten

Die Musik von den meisten afrikanischen ArtistInnen der neuen Generation erinnert nur noch gering an traditionelle Rythmen und Melodien. Afrikanische ArtistInnen neigen mehr und mehr dazu, westliche Einflüsse in ihre Werke zu integrieren und verlieren dabei ihre musikalische Identität.

© Dieter Schütz/ www.pixelio.de

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Es gibt aber auch MusikerInnen, die entschlossen sind, gegen diese Tendenzen anzukämpfen und weiter zu musizieren ohne ihre afrikanische Identität zu opfern. Youssou Ndour aus Senegal beispielsweise produziert Alben für den westlichen und den afrikanischen Markt. Er sagt, es seien hauptsächlich die EuropäerInnen und die AmerikanerInnen, die seiner traditionellen Musik zuhören; um seine afrikanische Fans zu behalten, muss er Musik machen, die mehr westliche Elemente enthält.

Es liegt eine gewisse Ironie darin, dass es das westliche Publikum ist, das sich so zu der afrikanischen Basismusik hingezogen fühlt. Es könnte durchaus sein, dass sich dieser Trend als eine letzte Überlebenschance für die Musik Afrikas erweist.

Das Bi-Okote Kulturzentrum in Cincinnati, USA, bringt seinen BesucherInnen die Kulturen Afrikas näher und versucht die Toleranz zwischen verschiedenen Völkern dieser Welt zu fördern. 70% der BesucherInnen sind weiße AmerikanerInnen.

“Hierher kommen regelmäßig nur wenige Afrikaner und Afrikanerinnen,” sagt Adebola Olowe, ein Trommler aus Nigeria, der bei der Gründung des Zentrums mitgewirkt hat. Das Zentrum bietet unter anderem verschiedene Sprach- und Trommelkurse an, von welchen Hr. Olowe gedacht hatte, dass sie besonders AfrikanerInnen und AfroamerikanerInnen interessieren würden. Er irrte sich.

Zurzeit werden viele Versuche mit traditioneller afrikanischer Musik von MusikerInnen durchgeführt, die entweder an Ethno-Musik oder an Jazz interessiert sind. Solches Experimentieren kann der Musik Afrikas vielleicht internationale Anerkennung verschaffen, die KritikerInnen meinen aber, dass die traditionelle Musik trotzdem gefährdet bleibe. Menschen aus anderen kulturellen Umgebungen könnten sie nämlich nur schwer reproduzieren, weil sie die feineren Einzelheiten der Botschaft, der Melodie und des Rhythmus nicht vollständig auffassen können.


Beitrag bearbeitet von Natalija Povodnik, 24.11.2008


Quellen:
http://www.nation.co.ke/magazines/lifestyle/-/1214/481578/-/item/1/-/tns21s/-/index.html


 


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