Uganda: Beschneidung von Männern soll HIV-Risiko senken

Die Beschneidung des Penises soll die Ansteckungsgefahr von HIV und damit die Rate von AIDS-Erkrankungen senken. Während Länder wie Kenia und Ruanda bereits freiwillige Gratis-Bescheidungen durchgeführt haben, konnte sich die Staatsführung in Uganda bislang nicht dazu entschließen. Doch nun liegen wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit des Vorhabens vor, Uganda will noch in diesem Jahr eine Bescheidungskampagne starten.

Im Kampf gegen AIDS

Im Kampf gegen AIDS

Alle Männer und Jungen in Uganda werden in 2009 für eine freie Beschneidung mobilisiert, erklärte Dr. Alex Opio, der stellvertretende Kommissar für die nationale Krankheitsbekämpfung. Die Regierung will noch vor Ende des Jahres 2009 mit einer kostenlosen Massenbeschneidung beginnen, um die Verbreitung von HIV zu reduzieren. Diese Leistung wird in staatlichen Krankenhäusern und Gesundheitszentren angeboten und nur von medizinisch ausgebildetem Personal durchgeführt. Jeder männliche Kandidat wird über die Operation aufgeklärt, die nur nach seiner Zustimmung vollzogen wird. Zurzeit wird eine nationale Strategie für die Massenkampagne ausgearbeitet. Eine Arbeitsgruppe ist schon auserwählt worden, um den Ablauf gründlich und zeit-effizient vorzubereiten. Als erstes wird landesweit das Bewusstsein für die Maßnahme geschärft und mehr Personal medizinisch ausgebildet.

Die Ergebnisse von drei unabhängigen Studien aus Südafrika, Kenia und Uganda haben gezeigt, dass die medizinische männliche Beschneidung (MMB) das HIV-Übertragungsrisiko von Frauen auf Männer um mindestens 50% reduziert. Leider sind in Uganda nur 25% aller Männer beschnitten. Die Experten hoffen, die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten Ugandas HIV-Prävalenz , die jetzt bei 6,5% stagniert, weiter senken. Dr. David Serwadda, der Leiter der Makerere University School of Public Health in Kampala, verdeutlicht, dass die Vorhaut für Risse und Geschwüre empfindlich sei, weil sie sehr weich ist. So biete sie einen leichten Eingangspunkt für den HIV-Virus. Wenn die Vorhaut aber abgeschnitten werde, werde mit der Zeit die Spitze des Penis immer härter und der Virus habe immer weniger Chancen einzudringen.

Mit Hilfe von Modellen hat die World Health Organisation geschätzt, dass die Massenbeschneidungen bis 2026 bis zu 5,7 Millionen HIV-Infektionen und bis zu 3 Millionen AIDS-Todesfällen weltweit vorbeugen könnten. Die Organisation hat im 2007 zusammen mit UNAIDS ((Joint United Nations Programme on HIV/AIDS ) für die Anwendung der MMB im Kampf gegen HIV eine Reihe von Empfehlungen herausgegeben. Auf dieser Grundlage haben manche Staaten in Afrika schon begonnen, Massenbeschneidungskampagnen durchzuführen, so z. B. Ruanda und Kenia.

Zwei Tatsachen könnten den Anfang der Kampagne in Uganda verschieben. Als erstes liegt das Arzt-Patient-Verhältnis bei 1:22 000, man braucht also dringend eine große Anzahl von ausgebildetem Personal, besonders von Krankenschwestern, die die Chirurgen unterstützen sollen. Als zweites braucht so ein Vorhaben volle politische Unterstützung. In Kenia mussten der Premier, Mwai Kibaki, und mehrere Minister öffentlich erklären, sie hätten sich der Operation unterzogen, um die öffentliche Stimmung zu Gunsten der Kampagne zu gewinnen. In Uganda hingegen hat Präsident Yoweri Museveni mehrmals öffentlich an der Bedeutung von Beschneidung für HIV-Prävention gezweifelt. Opio hatte daraufhin erklärt, dass der Präsident sich nur Sorgen um die Folgen unvollständiger Aufklärung über die Beschneidung gemacht hätte. Die Leute müssten verstehen, dass das Risiko einer Infektion nur reduziert und nicht beseitigt werde, weshalb sie sich immer noch mit Kondomen schützen sollen. Der Kampagne steht auch deshalb nichts mehr im Wege, weil nun wissenschaftliche Beweise für die Sinnhaftigkeit der männlichen Beschneidung vorliegen. Und diese hatte Museveni immer eingefordert.

Beitrag bearbeitet von Natalija Povodnik, 14.01.2009

Quellen:
http://www.newvision.co.ug/D/8/12/665493

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