Bewegungen: Risse im Asphalt nutzen

Nicht mehr ganz frisch, aber immer noch gut: Der Sammelband zu wichtigen widerständigen Bewegungen wie den Zapatisten oder den sens papiers. Gerade im Vorfeld des Aktionstags am 28. März anlässlich des G20-Gipfels in London eine anregende Lektüre!

Der Sammelband „wir sind überall. weltweit. unwiderstehlich. antikapitalistisch“ (Hg.: notes from nowhere), erschienen im Nautilus Verlag (dt. 2007), ist ein beeindruckendes Dokument jener vielfältigen Bewegungen, die in den tradtionellen Medien verkürzt als „Globalisierungskritiker“ bezeichnet werden. Vom Aufstand der Zapatisten im Süden Mexikos über die Proteste der sans papiers in Europa bis zur globalen Bewegung der Landlosen werden hier soziale Bewegungen vorgestellt. Dabei wird nicht über sie geschrieben, vielmehr kommen die AkteurInnen selbst zu Wort. Deutlich wird nicht nur, wogegen sich dieses globale Netzwerk richtet, sondern auch wofür sie einstehen: für Vielfalt und Selbstbestimmung, Menschenrechte und Nachhaltigkeit. Die dokumentierten Beispiele dieses Bandes belegen dabei vor allem eines: die Kreativität und den Mut der AkteurInnen. Streikende Taxifahrer während des WTO-Gipfels in Seattle, „Guerilla-GärtnerInnen“, die Risse im Asphalt der Citys zum Anbau von Tomaten nutzen, thailändische Bauern, die sich den zum Bau eines Staudamms anrollenden Baggern in den Weg stellen. Widerstand gegen neoliberale Globalisierung ist möglich ... mit Humor, Fantasie und Hartnäckigkeit.

Autorin: Veronika Knapp

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