Zwischen Ausbeutung und Emanzipation

„Im Gespräch mit uns erwähnt Hui immer wieder diese Freiheit, die sie empfindet, wenn sie zum Arbeiten fortgeht. Ohne die Kontrolle durch den Vater kann sie so leben, wie es ihr passt.“
Hui ist eine jener Wanderarbeiterinnen, eine „dagongmei“, die vom Chinesischen Land in Industriestädte wie Shenzhen kamen und hier von Pun Ngai und Li Wanwei interviewt worden sind. Daraus ist ein berührendes und informatives Buch geworden.

Durch die Lebens- und Arbeitsgeschichten von Frauen sowie einer Reihe von Zusatzinformationen wird ein Einblick in ein Segment Chinas gewährt, das dem Westen immer noch fremd ist. Die Millionen von „dagongmei“ - was wörtlich übersetzt "arbeitende Schwester" heißt - spielen in der Weltwirtschaft keine unbedeutende Rolle. Ihre Motivationen, neben der existenziellen, in den gesundheitsgefährdenden Fabriken unter oft unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten, sind durchaus verschiedene: Flucht vor der Familie oder einer arrangierten Heirat, Abenteuerlust oder Emanzipation.

Pun Ngai / Li Wanwei: „Dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen“, Assoziation A, dt. 2008.

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