Zur EU-Wahl: Europa, wie es werden sollte

Die Beiträge dieses visionären Europabuches sind zum größeren Teil als Rückblicke aus einer fernen Zukunft geschrieben. Sie spielen 2030 oder 2050 und längst ist Europa demokratisch und sozial, es ist ökologisch nachhaltig gestaltet, geschlechtergerecht, der öffentliche Verkehr funktioniert, der Handel mit den Ländern des Südens ist fair und an jeder europäischen Universität studieren (zumindest) 20 Prozent AfrikanerInnen.

Vier führende Köpfe von Attac-Österreich (Christian Felber, Martin Rümmele, Alexandra Strickner und Petra Ziegler) haben sich als AutorInnen und HerausgeberInnen an dieses Projekt gewagt und dafür 20 weitere AutorInnen gewonnen, darunter Freda Meissner-Blau, Manfred Nowak, Helga-Kromp-Kolb und Gerhard Jagschitz, die ihre „persönlichen Visionen für ein anderes Europa“ skizzieren.
Die treibende Kraft der Veränderungen sind meist BürgerInnenbewegungen, die im visionären Rückblick aus der aktuellen Krise heraus entstanden sind. Damit verbunden sind treffende und faktenreiche Analysen der einzelnen Politikfelder. Der Mangel dieser europäischen Visionen ist nicht so sehr, dass die revoltierenden Massen derzeit meist nur Hinterzimmer füllen. Vielmehr bleibt weitgehend ausgespart, dass es handfeste Interessen des Kapitals und der politischen Eliten für die herrschenden Verhältnisse gibt.
Die AutorInnen bauen als verändernde Kraft auf die Macht der Aufklärung und der Vernunft und Freda Meissner-Blau meint: „Dieses Buch ist für seine AutorInnen ein Zeichen der Hoffnung.“
Das umgebaute Europa in diesen Attac-Visionen ist schön anzuschauen. Wie ein anderes Europa in einer gleichberechtigten Welt allerdings real zu erreichen ist, darüber gilt es weiter gemeinsam nachzudenken.

Autor: Hannes Schlosser


Attac (Hg.) „Wir bauen Europa neu – wer baut mit?“, Residenz Verlag 2009, 223 Seiten, 17,90 Euro.

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