Uganda: Programm für weniger Kinder

Die Regierung Ugandas will durch ein neues Bevölkerungsprogramm die hohe Geburtenrate von durchschnittlich sieben Kindern pro Frau reduzieren. Verstärkte Investitionen in Familienplanungsdienste setzen sich zum Ziel, die Abstände zwischen den Geburten zu vergrößern und so einen rasanten Bevölkerungsanstieg zu vermeiden, der die Ressourcen des Landes überstrapazieren und Ugandas wirschaftliche Lage verschlimmern würde.

www.pixelio.de, Symbolbild

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Ein wichtiger Punkt hierbei ist eine Verbesserung der Versorgung mit Verhütungsmitteln. Derzeit hat nicht einmal ein Viertel der verheirateten Frauen in dem ostafrikanischen Land die Möglichkeit, sich vor ungewollten Schwangerschaften zu schützen. Gerade einmal 40 Prozent haben Zugang zu reproduktiven Gesundheitsdienstleistungen wie Familienplanung und Schwangerenfürsorge.


In 22 Jahren wird sich die ugandische Bevölkerung verdoppelt haben

Andrew Mukulu, Direktor des ugandischen Büros für Statistiken warnt davor, dass Uganda im Jahr 2025 rund 56 Millionen. und um 2050 sogar 106 Millionen EinwohnerInnen haben wird, wenn die Bevölkerung weiter wie bisher um 3,2 Prozent anwächst. „Zwischen 1991 und 2002 ist Ugandas Population jährlich um 3,2 Prozent angestigen. Dies bedeutet, dass die Zeit, in der sie sich verdoppelt, 22 Jahre beträgt“, so Herr Mukulu über die Zukunft des Landes. Hinter Jemen und Niger ist die Bevölkerung Ugandas somit eine der schnellst wachsenden der Welt.
„Zweifellos setzt ein derartiger Zuwachs die Regierung unter großen Druck, wenn es um die Bereitstellung von Wohnraum, Bildung und Gesundheit geht“, kommentiert Fred Omach vom ugandischen Finanzministerium die Konsequenzen der Statistiken. Ein solch massives Wachstum gefährde die weitere Entwicklung Ugandas, zu dessen zentralen Problemen Armut, fehlender Wohnraum, Krankheit und Arbeitslosigkeit gehören.
Bedroht sind die knappen Wasser-, Nahrungsmittel- und Energie-Ressourcen Ugandas. Durch das massive Bevölkerungswachstum droht dem Land steigende Armut und Instabilität. So ist, als ein Ergebnis der steigenden Geburtenrate, die Anzahl unterernährter OstafrikanerInnen zwischen 1990 und 2003 um 8,8 Millionen angestiegen.
Jedes Jahr kommen 1,2 Millionen EinwohnerInnen hinzu, denen ausreichend Nahrung, adäquate Ausbildung und Gesundheitsversorgung geboten werden muss. Dies bedeutet auch zusätzlichen Druck auf die Landnutzung, was zu einer Beeinträchtigung des Umweltschutzes führt.
Zur hohen Geburtenrate tragen eine große Anzahl von jugendlichen Schwangeren bei: „Eine von vier jungen Frauen wird noch vor ihrem 20. Lebensjahr Mutter“, so Charles Zirarewa, Direktor des Sekretariats für Bevölkerung. Dies soll sich zukünftig ändern, denn je jünger die Mutter beim ersten Kind, desto größer die Anzahl der Kinder, die sie in Folge zur Welt bringe.
Die Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele ist zumindest bereits jetzt laut Experten sehr unwahrscheinlich.



Beitrag bearbeitet von Anna-Mareen Henke am 21.4.2009




Quellen:
http://www.swi-austria.org/newsevents/185/
http://www.monitor.co.ug/artman/publish/features/New_population_policy_tasks_government_to_invest_in_people_71610.shtml
http://www.monitor.co.ug/artman/publish/news/Uganda_s_population_explosion_a_time_bomb_-_new_report_83397.shtml
http://www.monitor.co.ug/artman/publish/sun_news/Global_population_meeting_in_Uganda_75436.shtml
http://www.monitor.co.ug/artman/publish/features/Population_doubles_every_after_22_years_72753.shtml


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