Peak Soil: Die globale Jagd nach Land

Land wird immer mehr zur heiß begehrten Ressource. Agrarkonzerne, Finanzinvestoren und Regierungen liefern sich ein heißes Rennen bei der globalen Erwerbung von Land. Thomas Fritz über die Triebkräfte der Ausbeutung unserer Erde und die Folgen für Milliarden von Menschen.

Klimawandel, demographische Veränderungen und die steigende Nachfrage erfordern, so scheint es jedenfalls, den vermehrten Anbau von Cashcrops wie Soja, Weizen und Mais. Der Autor Thomas Fritz erläutert anhand von einigen Beispielen, unter anderem Madagaskar, Namibia und Brasilien, wie sich der „globale Landraub“ auf die lokale Bevölkerung auswirkt. Besonders Kleinbauern sind in ihrem Dasein der Subsistenzlandwirtschaft gefährdet. Durch den Einsatz von Hybrid Saatgut und Vertragsanbau schlittern häufig ganze Familien in die Abhängigkeit von Großunternehmen. Der Übergang zu Schuldknechtschaft passiert dann fließend.
Ein Knackpunkt ist, dass es praktisch kaum Gebiete gibt, die nicht von Menschen besiedelt sind. Auch in den semi-ariden Gebieten Afrikas, Asiens und Südamerikas finden sich Nomadenvölker, die Gebiete für die Landwirtschaft nutzen. Diese Tatsache stellt für Großunternehmen in ihrem weltmarktorientierten Kommerzialisierungsprozess von Land vor enorme Herausforderungen. Die Weltbank sieht die Lösung aller Probleme in marktgestützten Reformen der Regierungen und Vertragsanbau verpflichteten Kleinbauern. Diese Reformen haben eine Selektion der „unproduktivsten“ Kleinbauern zur Folge.
Nicht zu vergessen sind die enormen Schäden, die dadurch für die Umwelt entstehen. Der Anbau von Monokulturen und die exzessive landwirtschaftliche Nutzung bringen eine Degradierung der Böden mit sich. Es kommt unter anderem zu vermehrter Erosion, Übersalzung und somit Verlust der Bodenfruchtbarkeit. Demnach werden dem Land mehr Nährstoffe genommen, als zugeführt.
Sehr ausführlich, wenn auch fast auf eine deprimierende Art zeigt Thomas Fritz die Triebkräfte der Ausbeutung unserer Erde und die Folgen für Milliarden von Menschen auf. Weltbank, Unternehmen, ganze Regierungen und sogar die Entwicklungshilfe kriegen ihr Fett weg, was durchaus als positiv zu bewerten ist.



 

Autorin: Martina Steger






Thomas Fritz: “ Peak Soil. Die globale Jagd nach Land”, FDCL-Verlag Berlin, Hrsg.: Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile – Lateinamerika, Berlin 2009, 164 Seiten
 

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