André Boesberg: Den Taliban entkommen

Nach der wahren Geschichte von Sohail Wahedi

Aus dem Niederländischen von Bettina Bach
Verlag Bloomsbury K&J, Berlin 2008

Sohail ist ein dreizehnjähriger Bub aus Herat in Afghanistan Er erzählt in diesem Roman die Geschichte der Verfolgung seiner Familie durch die Taliban und der Flucht bis in die Niederlande. André Boesburg ist Lehrer in den Niederlanden. Er schreibt seit 1997 Jugendbücher. Zu seinen Romanen wird er von Geschichten inspiriert, die ihm seine drei Kinder und seine SchülerInnen erzählen. Er hat die Geschichte von Sohail für ihn aufgeschrieben.
Sohail schildert in diesem Buch tagebuchartig die unerträgliche Situation unter den Taliban, beschreibt auch die Unterdrückung durch die Sowjets vorher. Er berichtet aus seiner Sicht von der Unterdrückung, der Verfolgung und Bespitzelung durch das Regime. Sein Vater war ein Intellektueller, der friedlich im Widerstand gegen die herrschenden Regimes gearbeitet hat. Er verschwindet eines Tages. Sohails schwangere Mutter, seine Schwester und er machen sich mit Hilfe des Großvaters auf den beschwerlichen und unbekannten Weg durch den asiatischen und europäischen Kontinent. Oftmals wissen sie nicht, wo sie sind, kennen die Sprache nicht, und sind gänzlich abhängig von Schleppern, die ihnen aus Sicherheitsgründen kaum Information über den Fluchtweg und das Ziel lassen. Ohne zu beschönigen oder zu verschweigen, schildere er die schrecklichen Erlebnisse der Familie. Sohail lässt seine Freunde und Freundinnen zu Wort kommen, seine Lehrer und Familienmitglieder. André Boesberg schrieb ein Stück politische Zeitgeschichte ganz aus der Sicht des 13-jährigen Sohail. Dadurch hat die Erzählung eine besondere Authentizität, die berührt. Gleichzeitig erfahren die Lesenden vieles über die Kultur und Politik in Afghanistan der 90er Jahre.

Autorin: Renate Sova

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