Kleine Inselstaaten drängen zur Eile bei Klimafinanzierung

Die Vereinten Nationen haben in diesem Jahr zwar eine hochkarätige Gruppe für die Finanzierung der Maßnahmen zur Bekämpfung und Anpassung des Klimawandels ins Leben gerufen. Doch die kleinen unmittelbar von der Erderwärmung bedrohten Inselstaaten im Pazifik fürchten, dass ihnen auch mit einem solchen Gremium die notwendigen Gelder nicht rechtzeitig zufließen werden.

(c) Tahiti Tourisme

(c) Tahiti Tourisme

"Obwohl wir, die kleinen pazifischen Entwicklungsländer (SIDS), so gut wie gar nicht für den Klimawandel verantwortlich sind, bekommen wir schon jetzt die Folgen zu spüren", erklärte die Botschafterin von Nauru, Marlene Moses. " Es wird höchste Zeit, dass der uns Inselstaaten zugefügte Schaden endlich behoben wird."

Aufgabe der 'High-Level Advisory Group on Climate Change Financing' (AGF) ist es, bei der Beschaffung von Geldern neue und innovative Wege zu beschreiten, damit die auf der Kopenhagener Klimakonferenz im letzten Jahr eingegangenen Verpflichtungen finanziert werden können. Bisher haben die Staaten zusätzlich zu den 30 Milliarden US-Dollar bis 2012 weitere 100 Milliarden Dollar pro Jahr bis 2020 zugesagt.

Die Mittel, die jedoch noch nicht bereitstehen, sind für Schutz- und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern gedacht. Besonders klimaanfällig sind die pazifischen SIDS. Ihnen drohen Hunger, Wassermangel und Landverluste.

Wie der AGF-Co-Vorsitzende, der norwegischen Ministerpräsident Jens Stoltenberg, bei einer Lagebesprechung am 13. Juli in New York erklärte, müssten die grundsätzlich reichlich vorhandenen finanziellen Mittel nur noch gehoben werden. Es gebe viele und unterschiedliche Finanzquellen. Allerdings sei politisch nicht klar, ob sie angezapft werden könnten.

Äthiopiens Ministerpräsident Meles Zenawi, ebenfalls AGF-Co-Vorsitzender, erläuterte gegenüber Journalisten, dass Anreize für Investitionen in grüne Technologien zu den in Betracht kommenden Finanzierungsmechanismen gehörten.

Die pazifischen SIDS, zu denen Nauru, Palau, Samoa und Tonga gehören, fürchten, dass ihnen die Mittel, die sie für den Kampf gegen den Klimawandel brauchen, ohne einen direkten Zugang zur AGF verwehrt bleiben. Auch reichten die Ressourcen bei weitem nicht aus, um die Folgen des Klimawandels abzufedern und kleinzuhalten. Sie beriefen sich auf die Weltbank, die in einem Bericht die Kosten für die Anpassungsmaßnahmen zwischen 2010 und 2050 auf 75 Milliarden bis 100 Milliarden Dollar pro Jahr veranschlagt hatte.

Nach Ansicht von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon gehört es zu den obersten Prioritäten der AGF, im Hinblick auf die Finanzierung des Klimawandels Vertrauen zwischen den Industriestaaten und Entwicklungsländern herzustellen.

Höhere Kosten durch Untätigkeit

"Der Klimawandel wird nicht einfach verschwinden. Die Risiken und Kosten des Nichthandelns werden jedes Jahr höher. Je länger wir warten, umso mehr werden wir für verpasste Gelegenheiten, entgangene Ressourcen und menschliche Verluste gerade stehen müssen."

Während die städtische Bevölkerung in den pazifischen SIDS ihren täglichen Bedarf mit Importen deckt, werden in den ländlichen Gebieten Grundnahrungsmittel wie Jams, Taro, Süßkartoffeln und Bananen nach wie vor hergestellt. Der Klimawandel mit seinen Dürren, Stürmen und Überschwemmungen könnte auch hier ganze Zerstörungsarbeit leisten.

Die im Februar gebildete AGF wird ihre abschließenden Empfehlungen im Oktober dem UN-Generalsekretär vorlegen. Im Monat darauf findet im mexikanischen Cancún der nächste Klimagipfel statt.

 

Autorin: Beatrice Paez

Weiterführender Link:

http://www.sidsnet.org/aosis/

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