Nonnen einmal anders

Wer an ein Klosterleben denkt, hat häufig eine antiquierte Vorstellung, die ein freudloses, schweres Leben beinhaltet, das mit zahlreichen Opfern verbunden ist. Mit dem Buch „Lachen und Beten. Nonnen im Himalaya“ muss man sich jedoch von diesem Klischee Schritt für Schritt verabschieden.

Christl Finkenstein berichtet vom Alltag der Nonnen in Yangchen Chöling und einem fast schon unbeschwertem Leben im Kloster. Bei diesen Begegnungen beschreibt die Autorin so manches Aha-Erlebnis:
„Die Vorstellung von klösterlicher Stille in Anbetracht dieser heiteren Mädchen und Frauen etwa; die Idee von kühler Distanziertheit gegenüber dem herzlichen, auch sehr körperlichen Umgang der Nonnen miteinander; die Hirngespinste von heilsamen Armut, die zu spirituellen Höhenflügen führt. Vieles was ich dort gesehen habe, schien mir nüchterner, einfacher als erwartet.“
Über Eindrücke, detaillierte Beschreibungen und aufmerksam wahrgenommene Einzelheiten gelingt es Christl Finkenstedt die klassischen Klischee-Aussagen abzustreifen und zu einer veränderten Wahrnehmung des Klosterlebens zu kommen. Die Autorin bedient sich eines einfachen, authentischen Schreibstils, in dem sich die Einfachheit des Lebens der Nonnen wiederfindet. Viele Einblicke, die die Autorin gewonnen hatte und beschreibt, spiegeln sich auch im Design des Buches wider: Viele faszinierende Bilder unterstreichen ihre inhaltlichen Aussagen. Daraus entstanden ist ein persönliches Werk mit eindrucksvollen Fotos, die die Melodie der Mantras der himalayischen Nonnen in die eigenen vier Wände holt.

Zur Autorin: Christl Finkenstedt, geboren 1944 in Hall, lebt als freie Journalistin in Innsbruck. Als ORF-Redakteurin war sie für die Gestaltung zahlreicher Radio- und TV-Produktionen zu Themen aus dem Kultur- und Gesellschaftsbereich zuständig.

Christl Finkenstedt: „Lachen und Beten. Nonnen im Himalaya“, TAK-Tiroler Autorinnen und Autoren Kooperative, 2010.

Autorin: Viktoria Paradis

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