Kongo: NGOs fordern Schutz

Die Vereinten Nationen (UN) sollen mehr Schutz für ZivilistInnen im Kongo bereitstellen. Das forderte eine Delegation aus 46 NGOs (Nichtregierungsorganisationen) in New York: Die Zustände in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land seien teils katastrophal.

Konkret wandten sich die 46 kongolesischen und internationalen Nichtregierungsorganisationen an den UNO-Sicherheitsrat. Ihr gemeinsamer Appell: Der Sicherheitsrat solle die UN-Mission (MONUSCO) in der Demokratischen Republik Kongo mit den notwendigen Ressourcen ausstatten, um ZivilistInnen effektiver vor der ausufernden Gewalt schützen zu können. Die Organisationen befürchten, die angespannte Lage könne sich angesichts der Wahlen im November verschlimmern.

Begrenzte Mittel für Blauhelme
Die NGOs (darunter Oxfam, das Ökumenische Netz Zentralafrika und die Welthungerhilfe etc.) erklärten, die Blauhelmsoldaten seien bereits jetzt unausreichend gegen die Übergriffe der Lord's Resistance Army (LRA) und anderer Rebellen gerüstet. Eine Besserung erhoffen sie sich von einer Erneuerung der Mission Ende Juni. Dann läuft diese nämlich aus. Die Oxfam-Büroleiterin in New York, Kirsten Hagon, hebt hervor, es sei die Aufgabe des Weltsicherheitsrates, die begrenzten Mittel der Mission für den Schutz von ZivilistInnen einzusetzen: „Die Mission braucht auch dringend zusätzliche Ressourcen, um potenzielle Gewalt im Zusammenhang mit den Wahlen so gering wie möglich halten zu können."

Anhaltende Gewalt im Ostkongo
Primär warnten die NGOs vor der LRA, deren Kämpfer seit 2008 2.400 ZivilistInnen getötet und 3.400 entführt haben sollen. Die Paramilitärs stammen ursprünglich aus Norduganda. In den letzten Jahren verlagerten sie ihre Eínflusssphäre zunehmend in das Grenzgebiet zwischen der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan und dem nördlichen Kongo, da sich die Verhältnisse in Uganda stabiliserten. Die NGOs kritisieren, dass nur fünf Prozent aller Kongo-Blauhelme in den LRA-Gebieten stationiert seien.

UN-Mission MONUSCO unter Kritik
Die UN-Mission im Kongo geriet in der Vergangenheit bereits unter massive Kritik: Im August 2010 sollen die Soldaten bei einer Massenvergewaltigung in Luvungi tatenlos zugesehen haben. Neben der Unterlassung von Hilfe gegenüber der Bevölkerung werden den Blauhelmen auch Gold- und Waffenhandel mit Milizen vorgeworfen. Außerdem sei die Ausrüstung der Truppe stark veraltet. Dazu die New York Times am 28. Juli 2006: MONUC ist eine schlecht gerüstete Armee mit amerikanischen Panzern aus dem Vietnamkrieg und sowjetischem Fluggerät. (Bis 2010 hieß die Mission MONUC, Anm.).
Die Entscheidung über das weitere Vorgehen des Weltsicherheitsrates bleibt abzuwarten.

Beitrag bearbeitet von Markus Schönherr, 9.6.2011

 

Quellen:

http://www.nytimes.com/2006/07/28/opinion/28hartley.html?pagewanted=2&n=Top/News/World/Countries%20and%20Territories/Congo,%20The%20Democratic%20Republic%20of&_r=2

http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=7338:ngos-fordern-mehr-schutz-fuer-zivilisten-im-kongo&catid=42&Itemid=83

http://de.wikipedia.org/wiki/MONUSCO
 

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