World Music Instruments – Magic Harp (Various Artists)

3 CDs + Buch
NoEthno/Galileo Music
***** + 1 Extra-Sternchen

Die Harfe ist eines der ältesten Instrumente der Menschheit und ist in nahezu jedem Kulturkreis zu finden.

Herausgeber Bernhard Hanneken führt über einen fast 70 Seiten starken und viel bebilderten Leseteil in (Sozial-)Geschichte und Evolutionen der Harfen ein. Ob afrikanische Winkelharfen oder europäische Rahmenharfen – immer sind die Darstellung besonders fundiert und interessant. Sonderkapitel gibt es für die mitteleuropäischen Wander-HarfinistInnen und über die lateinamerikanische Harfenkulturen – Lateinamerika übrigens ein wahres Eldorado für FreundInnen dieses Instruments. - Ein ganz besonderes Geschick bewies Herausgeber Hanneken allerdings bei der Auswahl des Tonmaterials von CD 1 und CD 2 mit Musikbeispielen aus aller Welt. Einen fulminanten Einstieg gibt’s es da aus Mexiko mit dem alten Traditional „La Bamba“, gefolgt von einer aufgeweckten Bauernpolka aus Österreich. Danach folgt ein kurzer Harfen-Boogie von Harpo Marx und ein abgefahrene Version von Jimi Hendrix' „If six was nine“, eingespielt auf einer selbstgebauten elektrischen Harfe von Rüdiger Oppermann. In dieser Tonart geht es auf zumeist besonders hohem künstlerischen Niveau durch CD 1. Gesteigert wird alles aber auf CD 2, z. B. durch den kolumbianischen Ausnahme-(Jazz-)Harfner Edmar Castaneda. Oder durch den Westafrikaner Ba Cissoko, ein guter Bekannter in der aktuellen Weltmusik-Szene. Aber auch die im Sommer 2011 verstorbene große mauretanische Musikerin Dimi Mint Abba ist vertreten, neben MusikerInnen aus Myanmar, Schottland oder Kongo. Beschlossen wird CD 2 mit einer Debussy-Komposition für einen damals neu entwickelten Harfen-Typ. Auf CD 3 schließlich zu Hören, live, ein Harfen-Oktett, bestehend aus internationalen VirtuosInnen. Ihrer Zusammensetzung entsprechend spielen sie ein internationales Repertoire, bei dem allerdings diejenigen Vorträge am meisten überzeugen, die in kleiner Besetzung, also Solo oder im Duett oder Trio vorgetragen werden.
Alles in allem darf „Magic Harp“ eine mehr als gelungene Produktion genannt werden und sei allen Interessierten wärmstens empfohlen.

www.noethno.de

Autor: Thomas Divis

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*                           no!
**                         lauwarm
***                       Yin/Yang
****                     ziemlich gut
*****                   wir empfehlen aus- & nachdrücklich
 

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