Sanda Weigl: Gypsy in a tree

Oriente/Lotus Records
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„Lord have mercy on the one who cannot sigh“ singt Sanda Weigl in „As ofta sa-mi iasa focul“. …herrliche Seufzer sind auch ihre Lieder, Zigeuner-Weisen aus ihrer alten Heimat Rumänien, die sie jetzt, viele Jahre später in New York mit japanischen JazzerInnen eingespielt hat.

Zwischen damals und heute liegen viele Stationen, zum Beispiel ein Nummer 1-Hit in der ostdeutschen Hitparade mit einer Rock-Band als Jugendliche. Oder ihre Ausbürgerung aus der DDR ob ihres Engagements bzgl. des Prager Frühlings. Erst in den 90er Jahren wandte sich Sanda Weigl wieder verstärkt der ziganen Kultur zu. Mit ihrem neuen Album „Gypsy in a tree“ stellt sie erneut unter Beweis, wie ernsthaft ihr die Auseinandersetzung damit ist. Ernsthaft, aber nichts desto trotz verspielt. Die Avandgart-JazzerInnen gewähren ihr dabei mit ihrer unaufdringlichen Begleitung den Raum, in dem sich ihre ausdrucksvolle Stimme mit dem herrlich weichen Ansatz hervorragend entfalten kann. Gänsehaut dann freilich beim Anhören des letzen Song des Albums „Alomalo“ (Track 11), welcher eine der bezaubernsten Melodien des ziganen Liedgutes birgt. Dass dieses ungarische Zigeunerlied (orig. „Áhuz, mámà“) bislang seinen Weg noch nicht ins kollektive Weltmusik-Bewußtsein finden konnten ist durchaus bemerkenswert – vielleicht klappts ja jetzt mit der Einspielung von Sanda Weigl und ihren JapanerInnen?

Hörbeispiele von allen Songs von Sanda Weigls Album „Gypsy in a tree“ finden sie hier:

sandaweigl.bandcamp.com


Autor: Thomas Divis

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*                               no!
**                             lauwarm
***                           Yin/Yang
****                         ziemlich gut
*****                       wir empfehlen aus- & nachdrücklich
 

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