Hannes Wader: Nah Dran

****
Universal

Wer nicht nur Reinhard May gehört hat, sondern sich auch gerne mit den politischen Meinungen eines Franz Josef Degenhardt auseinandergesetzt hat, ist ganz selbstverständlich auch an Hannes Wader geraten.

Wo sich ein Reinhard May lange verkniffen hat, sich in seinen Liedern vordergründig politisch zu äußern, hat es Degenhardt deutlich und in aller Schärfe von Anfang an getan. Hannes Wader lag da mit seinem Repertoire, das neben  Arbeiterliedern auch mitunter traditionelles plattdeutsches Liedgut enthielt, immer ein bisschen dazwischen. In Österreich hat er nie einen so besonders großen Bekanntheitsgrad erreicht. Das wird sich jetzt wohl auch nicht mehr großartig ändern. Das ist keine Musik für junge Menschen. Jetzt ist er 70 geworden und beschäftigt sich allmählich auch mit Abschieden. In „Das Wir so Lang Leben Dürfen“ freut er sich über all die gekippten Biere, genossenen Weine und alle Schnäpse, die er genießen durfte, sein Leben allerdings möglicherweise auch gekürzt haben könnten. „Nah Dran“ ist ein poetisches Album voller schwarzer Humor und Altersweisheit. Die Country- und Reggae- Anklänge hätten gar nicht sein müssen. Als traditioneller deutscher Liedermacher der alten Schule ist er am allerbesten und fraglos ein ganz Großer.

Autor: Werner Leiss

---

*                         no!
**                       lauwarm
***                     Yin/Yang
****                   ziemlich gut
*****                 wir empfehlen aus- & nachdrücklich

Share this:

Hinzufügen Del.icio.us Hinzufügen Facebook